Prinz Harry und Meghan Markle Hochzeit für Millionen

Was wird die Trauung von Prinz Harry und Meghan Markle kosten? Wer kommt dafür auf? Ein Blick in die königliche Schatulle.

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Ungehemmte Prunksucht kann man Prinz Harry und seiner zukünftigen Frau Meghan Markle nicht vorwerfen. Sie wollen keine Hochzeitsgeschenke, lieber Spenden; der Blumenschmuck soll aus der Region kommen; eingeladen sind neben zahlreichen Prominenten auch etliche britische Bürger.

Es sind die Details, die erahnen lassen, dass eine königliche Hochzeit teuer ist. Etwa der Goldrand der Einladungskarten. Was kostet die Trauung? Wer zahlt? Antworten im Überblick.

Was wird die Hochzeit kosten?

Zu der Rechnung für das Fest gibt es bisher keine offiziellen Angaben. Aimee Dunne, Hochzeitsplanerin aus London, geht laut "CNN" von umgerechnet mehr als einer halben Million Euro Kosten aus. Das sei eine konservative Schätzung - ohne etwa Sicherheitsmaßnahmen zu berücksichtigen. Dann könne der Preis schnell in die Millionen gehen.

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Die Firma Bridebook, ein britischer Hochzeitsplaner, schätzt die Kosten auf umgerechnet 36 Millionen Euro - 34 Millionen davon entfallen demnach auf Sicherheitsmaßnahmen.

Damit würden sich Prinz Harry und Meghan Markle im üblichen Rahmen der Windsors bewegen: Die Hochzeit von Kate und Prinz William soll laut CBS umgerechnet etwa 34 Millionen Dollar gekostet haben, bei Williams Eltern Prinz Charles und Diana kosteten die Feierlichkeiten 1981 rund 30 Millionen Pfund, wie die "New York Times" berichtet. Diese Zahlen sind Schätzungen, die von offizieller Seite nicht bestätigt wurden.

Wer wird die Hochzeit bezahlen?

Wie hoch auch immer die Rechnung ausfallen wird: Die Königsfamilie wird für einen Gutteil der Festkosten aufkommen. Der Kensington Palast teilte im November 2017 mit, dass man "zentrale Dinge" wie Musik, Blumen, Dekoration und den Empfang bezahlen werde.

Der wohl teuerste Teil der Hochzeit, die Sicherheitsmaßnahmen, muss allerdings aus der Staatskasse finanziert werden. So war es auch bei der Hochzeit von Kate und William im Jahr 2011, wie die britische Regierung damals mitteilte.

Ob und wie viel die Familie der Braut zahlen wird, ist nicht bekannt. Katie Nicholl, Autorin einer Biographie über Prinz Harry, sagte, dass Meghan Markle sich auch beteiligen wolle - etwa an den Kosten für das Kleid.

Die wohlhabende Familie von Kate Middleton habe großen Wert auf eine Kostenbeteiligung gelegt, schrieb die Zeitung "The Daily Telegraph" 2011. Eine sechsstellige Summe sollen die Middletons der "Vanity Fair" zufolge beigesteuert haben.

Ist das Fest trotzdem ein gutes Geschäft für die Briten?

Glaubt man dem Beratungsunternehmen Brand Finance aus London, ist die Hochzeit ein Glücksfall für die britische Wirtschaft. Verkaufte T-Shirts, ausgebuchte Hotels: Umgerechnet 570 Millionen Euro an Erlösen könne das Fest erzeugen, hieß es in einer ersten Einschätzung.

Später korrigierten die Berater ihre Schätzung nach oben. Laut "New York Times" auch, weil die Pressemitteilung über die erste Schätzung so einschlug. "Die Leute drehten durch", sagte ein Manager der Zeitung. Noch nie sei so viel über eine Meldung des Unternehmens berichtet worden.

Die Experten gehen nun davon aus, dass die Hochzeit der britischen Wirtschaft umgerechnet 1,13 Milliarden Euro beschert. Das zeigt, wie schnell sich Schätzungen ändern können - und dass sie mit Vorsicht zu genießen sind.

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Mehr als die Hälfte der Summe kommt Brand Finance zufolge aus den Taschen der Besucher, die in London übernachten, Bus fahren und Mittag essen; ein weiteres Drittel ist demnach die Aufmerksamkeit wert, die die Hochzeit für die "Marke Großbritannien" erzeugt, etwa in Zeitungsartikeln oder TV-Berichten.

Ebenfalls in der Rechnung: der "Meghan Effekt". Wann immer die Schauspielerin ein britisches Produkt in der Öffentlichkeit zeigt, ist das Werbung. Ein Beispiel: Die 36-Jährige trug bei ihrem ersten Auftritt nach der Verlobung eine Tasche der schottischen Firma Strathberry. Das Produkt war laut "NYT" elf Minuten später ausverkauft, die Besucherzahlen der Firmenwebsite stiegen um fünftausend Prozent.

Woher bekommen die Royals ihr Geld?

Jedes Jahr bekommt die Königsfamilie vom Staat einen Teil dessen überwiesen, was das Krongut ("Crown Estate") erwirtschaftet. Dahinter verbirgt sich ein gewaltiges Wirtschaftsimperium, zu dem Ländereien, Wälder, Windparks, Lachsfarmen, Einkaufszentren und Immobilien in bester Lage gehören. Der Wert: umgerechnet fast 15 Milliarden Euro.

Das Krongut gehört dem Oberhaupt der Königsfamilie, solange er oder sie regiert, momentan also Queen Elizabeth II. Es ist jedoch nicht ihr privates Vermögen, sie darf es nicht verkaufen. Auch der Gewinn aus der Bewirtschaftung des Gutes steht ihr nicht zu. Das Portfolio wird von einer unabhängigen Organisation verwaltet, die Gewinne fließen an das britische Finanzministerium.

Im vergangenen Jahr betrug der Anteil, den die Königsfamilie bekam, umgerechnet 48,7 Millionen Euro; die Summe heißt "Königsabgabe" ("Sovereign Grant").

Wofür wird das Geld verwendet?

Mit dieser Summe finanzieren britische Steuerzahler das Leben der Queen und ihrer Familie. Das Geld floss vor allem in die Gehälter der mehr als 400 Angestellten der königlichen Familie und die Instandhaltung der Immobilien. Für Reisen der Royals fielen nach offiziellen Angaben umgerechnet rund fünf Millionen Euro an.

Kritiker weisen seit Jahren darauf hin, dass die tatsächlichen Kosten deutlich höher liegen. Die Nichtregierungsorganisation Republic, die die Monarchie abschaffen will, behauptet, dass etwa Sicherheitsvorkehrungen allein 100 Millionen Pfund im Jahr kosten. Die Gruppe beruft sich dabei auf Medienberichte - eine offizielle Bestätigung für diese Zahl gibt es nicht.

Außerdem fließt das Geld aus dem Besitz der Herzogtümer von Lancaster und Cornwall direkt in die Taschen der Royals. Beide erwirtschafteten zuletzt Überschüsse von zusammengerechnet rund 40 Millionen Pfund. Berücksichtigt man diese und weitere Posten, so die Lobbygruppe Republic, kostet die Monarchie den Steuerzahler 345 Millionen Pfund im Jahr; umgerechnet 392 Millionen Euro.

Mit Material von Reuters

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