Prinz William über Gefühle Kinder, ihr dürft lachen und weinen!

Die Briten gelten als höflich und korrekt, erst recht gilt das für die Königsfamilie. Selbstbeherrschung könne jedoch eine Gefahr sein, sagt Thronfolger William: Seine Kinder dürften ihre Gefühle zeigen.

AP / Chris Wattie / The Canadian Press

Im britischen Königshaus ist seit einiger Zeit ein Wandel zu beobachten: Die Royals zeigen Gefühle - und reden offen über seelische Abgründe und persönliche Schwächen.

So tat es an Ostern Prinz Harry, der über das "totale Chaos" sprach, das der Tod seiner Mutter Diana in seiner Seele ausgelöst habe. Und nun hat auch Harrys Bruder William über Gefühle gesprochen: Höflichkeit und förmliche Haltung könnten die Gesundheit beeinträchtigen, sagte der britische Thronfolger. Seine Kinder aber sollten ihre Emotionen offen ausdrücken dürfen.

Dass ein unnatürlicher Umgang mit seelischen Bedürfnissen die Gesundheit gefährde, brachte William laut BBC auch auf andere Weise zum Ausdruck. Mit Lady Gaga unterhielt sich der Prinz in einer Live-Schalte über die eigene mentale Verfassung.

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William: Prince Emotion

Man müsse alles unternehmen, um das Thema zu enttabuisieren, sagte Lady Gaga in dem Video-Telefonat, das der Kensington-Palast veröffentlichte.

"Auch wenn es hart war: Das beste, was mir während meiner psychischen Krankheit passieren konnte, war, mit anderen darüber zu reden", sagte sie. Die Musikerin hatte im vergangenen Jahr erklärt, an einer posttraumatischen Belastungsstörung zu leiden.

Psychische Gesundheit sei, genauso wie körperliche Gesundheit, ein Thema, das jeden betreffe, sagte William. Der Prinz drückte seine Bewunderung für Lady Gagas offenen Umgang mit der Krankheit aus - und lud den Popstar zu einem Treffen in London ein, um darüber zu sprechen, wie man das Problem weiterhin zusammen angehen könne.

Im vergangenen Jahr hatte William zusammen mit seiner Frau Kate und seinem Bruder Harry die Initiative "Heads Together" gegründet, die sich dafür einsetzt, Stigmata rund um psychische Krankheiten zu beseitigen.

Möglicherweise trägt das Paar diese Idee schon bald auch in deutsche Städte: Im Juli wollen William und Kate erstmals gemeinsam zu einem offiziellen Besuch in die Bundesrepublik kommen. Der genaue Zeitpunkt und konkrete Orte sind noch nicht bekannt - ebenso wenig, ob die einjährige Prinzessin Charlotte und der dreijährige Prinz George ihre Eltern begleiten werden.

mxw/dpa



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