William und Harry über Dianas Tod Zwischen Trauer, Wut und royaler Pflicht

Sie waren erst zwölf und 15 Jahre alt, als Prinzessin Diana starb: Die Prinzen William und Harry haben nun darüber gesprochen, wie sie vom Tod ihrer Mutter erfuhren - und wie die Beerdigung war.

DPA

Der tragische Tod von Prinzessin Diana berührt auch nach 20 Jahren noch die Öffentlichkeit. Nun sprachen ihre Söhne William und Harry so offen wir nie über den Verlust ihrer Mutter. In der BBC-Dokumentation "Diana, 7 Days" erzählen die Prinzen, wie sie von dem tödlichen Unfall erfahren haben und wie Prinz Charles und die Queen die beiden von der Öffentlichkeit abschirmten.

"Es ist eine der schwersten Aufgaben für einen Elternteil, den Kindern sagen zu müssen, dass der andere Elternteil gestorben ist. Wie geht man damit um, ich weiß es nicht," sagte Prinz Harry einem Bericht des "Guardian" zufolge in der Dokumentation, die am Sonntag ausgestrahlt werden soll. Mit dieser Aussage scheint Harry auch erstmals zu bestätigen, dass Prinz Charles seine Söhne über den Tod von Diana informierte. "Er war für uns da. Er war der eine von zwei Elternteilen, der noch da war," sagte Harry weiter. Und er hat sein Bestes gegeben, um sicherzustellen, dass wir beschützt und behütet werden. Aber er ist durch denselben Trauerprozess gegangen."

"Ich war sehr, sehr verwirrt"

Auf die Todesnachricht hatte der heute 32-jährige Harry demnach zunächst ungläubig reagiert. "Es gab nicht sofort einen Ausbruch von Trauer. Ich glaube nicht, dass jemand in diesem Alter und dieser Situation wirklich verstehen kann, was passiert ist und was es bedeutet." Auch Prinz William spricht in der Dokumentation über seine erste Reaktion: "Ich erinnere mich, dass ich mich komplett taub fühlte, desorientiert und schwindelig. Und ich war sehr, sehr verwirrt und fragte mich immer wieder: 'Warum ich?'"

Fotostrecke

10  Bilder
Harry und William über Dianas Tod: "Wie geht man damit um? Ich weiß es nicht"

Als Prinzessin Diana am 31. August 1997 bei einem Autounfall ums Leben kam, waren William und Harry erst zwölf und 15 Jahre alt. Sie erzählten auch, wie die Queen sie zunächst von der Öffentlichkeit abschirmte. "Unsere Großmutter wollte ihre zwei Enkelsöhne schützen, wie unser Vater auch. Sie hat sämtliche Zeitungen und ähnliche Dinge weggetan, damit wir nicht mitbekamen, was draußen passierte," so William. Er sei damals dankbar gewesen, zunächst privat trauern zu können.

Zu entscheiden, wann die Zeit dafür gekommen war, öffentlich zu trauern, war "eine sehr schwere Entscheidung für meine Großmutter," sagte William laut "Guardian". "Sie war sehr zerrissen zwischen ihrer Rolle als Großmutter und der als Queen." Dass die beiden jungen Prinzen schließlich hinter dem Sarg von Prinzessin Diana gingen, war demnach eine Familienentscheidung. Beide seien sich ihrer royalen Pflicht bewusst gewesen. Laut dem Magazin "People" sagte Harry, er sei heute froh darüber, dass sie sich dafür entschieden hätten.

"Sie haben sie wie Hunde verfolgt"

Die Prinzen verurteilen noch heute das Verhalten der Paparazzi gegenüber ihrer gestorbenen Mutter scharf. Die Fotografen hätten Diana jeden Tag "wie ein Rudel Hunde verfolgt, gejagt, belästigt, ihren Namen gerufen und bespuckt", um eine wütende Reaktion für ihre Aufnahmen zu bekommen, sagte William in der BBC-Dokumentation.

Entsetzt sind William und Harry vor allem über das Verhalten der Paparazzi nach dem für Diana tödlichen Autounfall in einem Pariser Tunnel. "Sie hatte sehr schwere Kopfverletzungen, doch sie lebte noch", sagte Harry. "Aber genau die Leute, die den Unfall verursacht hatten, halfen ihr nicht, sondern fotografierten stattdessen, wie sie auf der Rücksitzbank starb", sagte der 32-Jährige.

Die damals 36-jährige Diana und ihr Liebhaber Dodi Al Fayed waren in ihrer Limousine nach einem Abendessen in einem Hotel von Fotografen verfolgt worden und in einem Tunnel gegen einen Pfeiler geprallt. Alle vier Insassen des Fahrzeugs waren nicht angeschnallt. Nur der Leibwächter auf dem Beifahrersitz überlebte. Ermittlungen ergaben, dass der Chauffeur auf der Flucht vor den Fotografen viel zu schnell fuhr. Er war zudem betrunken und hatte Medikamente genommen.

asc/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.