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Prostituiertenaffäre: Münchner Ermittler prüfen Fall Ribéry

Franck Ribérys Kontakte zu einer minderjährigen Prostituierten könnten nun auch in München ein juristisches Nachspiel haben. Die dortige Staatsanwaltschaft ermittelt. Sollte es in Deutschland zu einer Anklage kommen, droht dem Fußballer eine deutlich höhere Strafe als in seinem Heimatland.

Staatsanwaltschaft ermittelt: Huren-Skandal um Franck Ribéry Fotos
DPA

München/Paris - "Wir prüfen, ob ein Ermittlungsverfahren einzuleiten ist", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I, Barbara Stockinger, am Donnerstag. Sie bestätigte damit einen Bericht der Zeitung "Augsburger Allgemeine". Wegen der Vorwürfe läuft bereits in Frankreich ein Ermittlungsverfahren gegen den französischen Nationalspieler.

Ribéry gibt zu, Kontakt mit dem Mädchen gehabt zu haben, aber hatte es nach eigenen Angaben für volljährig gehalten. Die Prostituierte Zahia D. hatte ausgesagt, der Bayern-Star habe sie zu seinem 26. Geburtstag im April vergangenen Jahres von Paris nach München einfliegen lassen und mit ihr Sex in einem Luxushotel gehabt.

Wie Stockinger sagte, wollten sich die Münchner Ermittler nun zunächst die Erkenntnisse der französischen Behörden ansehen. Ribéry könne nicht zweimal wegen desselben Sachverhalts beschuldigt werden. Sollte es in Deutschland zu einer Anklage kommen, drohte dem Fußballer eine deutlich höhere Strafe als in seinem Heimatland: Während dort die Höchststrafe bei drei Jahren Haft liegt, wird in Deutschland Sex mit einer minderjährigen Prostituierten mit bis zu fünf Jahren Gefängnis geahndet.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sagte der "Bild"-Zeitung, der Verein mache sich große Sorgen über den Ausgang des Verfahrens. "Ich glaube, das ist eine politisch motivierte Geschichte wegen des schlechten Abschneidens der französischen Nationalmannschaft bei der WM. Ribéry soll zum Sündenbock gemacht werden", sagte Rummenigge.

Ein Nachtklub verschaffte gut betuchten Kunden Zugang zu Minderjährigen

Ribéry war am Dienstagmorgen in Paris im Zuge der Ermittlungen der französischen Behörden gegen einen Prostitutionsring vernommen worden. Auch sein Nationalmannschaftskollege Karim Benzema, der bei der WM in Südafrika jedoch nicht im Kader des Weltmeisters von 1998 stand, wurde von der Polizei befragt.

Die Justiz leitete anschließend gegen den Sportler ein Ermittlungsverfahren wegen "Kontaktanbahnung zu einer minderjährigen Prostituierten" ein, wie aus Justizkreisen verlautete.

Die Behörden ermitteln gegen einen Nachtklub an den Champs-Élysées in Paris. Dieser soll seinen gut betuchten Kunden Zugang zu minderjährigen Prostituierten verschafft haben. Eine Frau hat bereits gestanden, eine Beziehung mit Ribéry und Benzema gehabt zu haben, als sie noch nicht volljährig war. Sie sagte aber auch aus, die Spieler hätten ihr Alter nicht gekannt.

jjc/AFP/sid

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