Prozess in Spanien Ballack entlässt Rechtsanwalt

Michael Ballack sei arbeitslos, im Falle eines Schuldspruchs sollte er höchstens 1080 Euro zahlen - so hatte der spanische Anwalt des Ex-Fußballers im Prozess wegen angeblicher Geschwindigkeitsübertretung plädiert. Ballack zog daraus Konsequenzen.

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Berlin - In einem Verfahren wegen angeblicher Geschwindigkeitsübertretung in Spanien hat Michael Ballack seinen Verteidiger Jesús Gallego entlassen. In einer Erklärung teilte der frühere Fußball-Nationalspieler mit: "Der spanische Verteidiger, den ich nur deshalb zu Gericht gehen ließ, weil er mir am Morgen vor der ersten Verhandlung offiziell zugewiesen worden war, hatte von mir keinen Auftrag, so unsinnig zu argumentieren, wie er das offenbar getan hat; ich habe ihn deshalb mit sofortiger Wirkung von seinem Mandat entbunden."

Gallego hatte auf Freispruch plädiert. In Deutschland bedeute das bei Ballack gemessene Tempo kein Vergehen, sagte er laut der staatlichen Nachrichtenagentur EFE vor dem Gericht in der westspanischen Stadt Cáceres.

Für den Fall, dass Ballack doch schuldig gesprochen werde, plädierte der Anwalt für eine Geldstrafe von 1080 Euro sowie für einen einjährigen Führerscheinentzug. Bei der Geldstrafe dürfe nur ein Mindestsatz zugrunde gelegt werden, weil Ballack derzeit ohne Einkünfte und ohne einen Arbeitsplatz sei.

Diese Argumentation war in Spanien scharf kritisiert worden und hatte in Deutschland für Schlagzeilen gesorgt. "Ich respektiere selbstverständlich das spanische Recht, das spanische Gericht und dessen Urteil", teilte Ballack nun mit. Die Staatsanwaltschaft forderte laut EFE einen Führerscheinentzug für zweieinhalb Jahre und knapp 10.000 Euro Strafe.

Zwei Polizeibeamte der Guardia Civil hatten als Zeugen ausgesagt, dass der Ex-Fußballer vor zwei Wochen bei einer Radarkontrolle auf der Autobahn in der Nähe der Kleinstadt Trujillo mit einer Geschwindigkeit von 211 Kilometern pro Stunde geblitzt worden sei. Auf spanischen Autobahnen gilt ein Tempolimit von 120 km/h. Ballack selbst musste zu dem Prozess nicht persönlich erscheinen.

hut/dpa



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