Weihnachtskonzert in Washington: Obama verzeiht Psy

Weltstar Psy sollte mit den Obamas auf einer Weihnachtsfeier auftreten - dumm nur, dass er vor Jahren mit einem Hetz-Rap gegen US-Soldaten auf sich aufmerksam machte. Der Auftritt stand auf der Kippe, doch Psy fand schließlich die richtigen Worte.

Weihnachtskonzert in Washington: Obama verzeiht Psy
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DPA

Washington - Der Titel klingt noch nach einer höflichen Botschaft: "Dear American" heißt das Lied, "Lieber Amerikaner". Doch was die südkoreanischen Rocker der Band N.E.X.T. texteten, ist alles andere als höflich. Es wird zum Mord an US-Soldaten aufgerufen - "tötet ihre Töchter, Mütter, Schwiegertöchter und Vater, tötet sie langsam und qualvoll". Eine Bewerbung zur Teilnahme an einer Weihnachtsfeier mit dem US-Präsidenten klingt anders.

Psy, der Weltstar aus Südkorea, hatte das Lied 2004 gerappt. Aus Protest gegen den Irakkrieg, gegen Folter durch Soldaten. Er war damals in der Antikriegs-Bewegung aktiv, die unter anderem gegen die Präsenz von US-Truppen in Südkorea demonstrierte. Schon 2002 hatte er bei einem Auftritt gegen die Militärmacht protestiert.

CNN war vor kurzem auf den Auftritt von vor acht Jahren aufmerksam geworden und hatte berichtet - das Echo war enorm. Denn die Erinnerung wurde wach, als ein Auftritt Psys mit Barack Obama bevorstand: Der Sänger war zum Weihnachtskonzert in Washington geladen.

Obama wurde per Petition aufgefordert, Psy auszuladen, die Aufregung war groß. Doch Psy setzte rechtzeitig eine Entschuldigung ab: "Ich weiß von den Opfern, die amerikanische Soldaten und Frauen gebracht haben, um Freiheit und Demokratie in mein Land und auf die ganze Welt zu bringen", teilte er am Freitag mit, zwei Tage vor dem Konzert.

Der Auftritt von 2004 sei eine tief emotionale Reaktion auf den Krieg im Irak und den Tod von zwei jungen Südkoreanerinnen gewesen. Die Mädchen waren von einem Fahrzeug des US-Militärs überfahren worden. "Es ist zwar wichtig, die eigene Meinung zu sagen, aber ich bereue zutiefst die aufhetzerischen und unangebrachten Worte", sagte Psy.

So reuig, da konnte Obama wohl nicht mehr nein sagen. Er ließ ihn zum Konzert ins National Building Museum kommen, das für einen wohltätigen Zweck veranstaltet wird. Psy tanzte seinen Gangnam Style, rappte und schüttelte die Präsidentenhand. Mit ihm waren Diana Ross und Demi Lovato dabei.

Konservative schäumten ob der Einladung des einstigen Hetz-Rappers, doch Obama ließ sich nicht beirren. In seiner Ansprache nannte er die Weihnachtsfeier "eine Gelegenheit, Freude zu verbreiten und mit Stars zu singen, die viel bessere Stimmen haben als wir".

bim

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  • Montag, 10.12.2012 – 10:31 Uhr
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