Queen Elizabeth II. in Australien: Diplomatie durch die Blume

Eine Bootsfahrt bei strahlendem Sonnenschein, Jubel von Tausenden Menschen: Australien hat Queen Elizabeth II. einen freundlichen Empfang beschert. Die Monarchin sollte den Besuch genießen - es könnte ihr letzter als Staatsoberhaupt sein.

Queen Elizabeth II.: Bootsfahrt zur Blumenschau Fotos
Getty Images

Canberra - Der Himmel war nahezu wolkenlos, der Empfang freundlich und der Termin angenehm: Queen Elizabeth II. hat beim ersten öffentlichen Termin ihrer zehntägigen Reise nach Australien eine Blumenschau besucht.

Tausende jubelten ihr von den Ufern des Sees Burley Griffin im Zentrum der australischen Hauptstadt Canberra zu. Die Monarchin machte zusammen mit ihrem Mann Prinz Philip mit einem Motorboot einen Ausflug zur jährlichen australischen "Flower Show", die eigens dafür verlängert wurde.

Der Auftritt der Queen war so dezent und perfekt wie immer: Gekleidet in einem fliederfarbenen leichten Mantel, selbstverständlich mit passendem Hut, absolvierte sie mit ihrem Mann sämtliche Gespräche routiniert - trotz langer Reise und elf Stunden Zeitunterschied zu ihrer Heimat London.

Die offiziellen Vertreter Australiens stellte der Besuch indes vor knifflige protokollarische Fragen. Premierministerin Julia Gillard und Katy Gallagher, Regierungschefin des Australischen Hauptstadtterritoriums, mussten sich fragen lassen, warum sie bei der Begrüßung des berühmten Gastes keinen Knicks gemacht hatten.

Bei Bürgern beliebt, in der Politik Auslaufmodell

Die Politikerinnen sagten, das Protokoll erlaube es auch, sich zu verbeugen und der Queen die Hand zu schütteln - damit habe man sich wohler gefühlt. Generalgouverneurin Quentin Bryce, die erste weibliche Repräsentantin der Krone in Australien, hatte selbstverständlich geknickst.

Pikant war die protokollarische Frage auch, weil Gillard und Gallagher der Ansicht sind, Elizabeth II. sollte die letzte Monarchin des Landes sein. Die Politikerinnen wollen Australien in eine Republik umwandeln. Es könnte also sein, das die 16. Reise der Queen nach Australien ihre letzte als Staatsoberhaupt ist.

Doch bei vielen australischen Bürgern ist die Queen nach wie vor beliebt. Die Australier hatten einen Vorschlag, aus dem Land eine Republik zu machen, 1999 abgelehnt. Das lag auch daran, dass die Unterstützer sich nicht einigen konnten, wie ein Präsident gewählt werden sollte.

Die Queen war am Mittwoch angekommen. Sie wird in den kommenden Tagen auch Brisbane und Melbourne besuchen. Nächste Woche eröffnet sie das Treffen der 54 Commonwealth-Staaten in Perth. Die Regierungschefs der Staaten treffen sich alle zwei Jahre.

ulz/AP

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