R&B-Sänger R. Kelly wegen Missbrauchs und Freiheitsberaubung verklagt

Eine 20-Jährige wirft dem R&B-Sänger R. Kelly vor, sie missbraucht, eingesperrt und wissentlich mit einer Geschlechtskrankheit infiziert zu haben. Der Künstler schweigt.

AFP

Eine junge Frau hat Klage gegen Sänger R. Kelly eingereicht - wegen sexuellen Missbrauchs und Freiheitsberaubung. Die 20-Jährige wirft ihm vor, sie auf einer Party im Jahr 2017 sexuell missbraucht und gegen ihren Willen festgehalten zu haben. Zudem habe der 51-Jährige sie mit einer Geschlechtskrankheit infiziert, so die Klägerin Faith Rodgers.

Kelly äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Sein Management hatte aber Rodgers' Vorwürfe zurückgewiesen, nachdem sie bei der Polizei in Dallas eine entsprechende Aussage gemacht hatte. Der Fall liegt nun bei einem Gericht im US-Bundesstaat New York.

Sie sei 19 Jahre alt gewesen, als sie Kelly nach seinem Auftritt im texanischen San Antonio im März 2017 kennengelernt habe, so Rodgers. Laut Klageschrift in dem Zivilprozess unterhielt sie ein Jahr lang eine Beziehung zu Kelly. Während dieser Zeit soll der Musiker die junge Frau regelmäßig eingeschüchtert haben - "mental, verbal und durch sexuellen Missbrauch". Kellys Verhalten habe dem Ziel gedient, die Klägerin zu demütigen, zu erniedrigen und zu beschämen.

"Nach dem nicht einvernehmlichen, schmerzhaften und missbräuchlichen Sex mit der Klägerin" habe Kelly begonnen, Rodgers zu beleidigen und zu kritisieren, ihr mangelnde Teilnahme und körperliche Unzulänglichkeiten vorzuwerfen, heißt es in der Klageschrift. Der Musiker habe sie zudem mehrfach für längere Zeit in Zimmern oder Fahrzeugen eingesperrt und sie wissentlich mit Genitalherpes angesteckt.

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Missbrauchsvorwürfe: Der Fall R. Kelly

Seit Beginn der #MeToo-Bewegung, die mit Enthüllungen über Filmmogul Harvey Weinstein begann, steht auch der dreifache Grammy-Preisträger unter Druck. Eine ganze Reihe Frauen hatten Kelly in den vergangenen Jahren Fehlverhalten vorgeworfen - die Vorwürfe reichten von sexueller Nötigung bis zu Körperverletzung.

Vertreterinnen der einflussreichen "Time's up"-Bewegung hatten daraufhin die Kampagne #MuteRKelly unterstützt, die es darauf anlegt, Konzertveranstalter, Plattenfirmen oder Ticketverkäufer zu einem Boykott des Sängers zu bewegen. Kellys Management hatte die Kampagne als versuchten Lynchmord bezeichnet - doch sie trug Früchte.

Der Streamingdienst Spotify strich die Musik Kellys von seinen Playlists und Empfehlungen. Ein Auftritt des R&B-Sängers auf einem Konzert im Mai in Chicago wurde nach Protesten abgesagt. Zudem trennten sich ein Jurist, ein Presseagent und ein Assistent von dem Musiker.

2002 und 2003 war Kelly zweimal wegen des Verdachts festgenommen worden, mit Minderjährigen Geschlechtsverkehr gehabt zu haben und davon Aufnahmen gemacht zu haben. 2008 sprach ihn ein Gericht in einem Missbrauchsprozess frei. Im Sommer 2017 wurden Vorwürfe laut, R. Kelly habe mehrere Frauen wie ein Sektenführer in Abhängigkeit gehalten.

ala/dpa

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