Sektenvorwurf gegen R. Kelly "Meister mit totaler mentaler Kontrolle"

Die Vorwürfe gegen R. Kelly wiegen schwer: Der Popstar soll mehrere Frauen in Abhängigkeit gehalten haben. Er sei "beunruhigt und alarmiert", sagte der 50-Jährige - und wehrt sich.

AFP

R. Kelly ist einer der erfolgreichsten R&B-Sänger der Welt, ausgezeichnet mit drei Grammys. Doch nun sieht er sich gezwungen, Anschuldigungen zurückzuweisen, er habe mehrere Frauen in Abhängigkeit gehalten.

"BuzzFeed" hatte berichtet, die Frauen hätten in einer sektenähnlichen Struktur gelebt und R. Kelly sei ihnen gegenüber wie ein "Meister mit totaler mentaler Kontrolle" aufgetreten. Der 50-Jährige, der mit dem Lied "I believe I can fly" internationale Berühmtheit erlangt hatte, kündigte rechtliche Schritte gegen die Vorwürfe an.

R. Kelly sagte, er sei wegen der Anschuldigungen "beunruhigt und alarmiert". Seine Anwältin, Linda Mensch, teilte mit: "Herr Kelly wird konsequent gegen diese Anschuldigungen gerichtlich vorgehen und seinen Ruf schützen."

"BuzzFeed" hatte berichtet, der Musiker habe sechs Frauen in einem Haus in Atlanta und einem Studio in Chicago festgehalten. Er habe über ihre Essgewohnheiten und ihre Kleidung bestimmt sowie sexuelle Beziehungen mit ihnen geführt. Die Mutter eines mutmaßlichen Opfers sagte, ihre Tochter sei von Kelly einer "Gehirnwäsche unterzogen" worden. Die Tochter hingegen bestritt die Vorwürfe via Klatschportal "TMZ".

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Umstrittener Sänger: Die Affäre Kelly

Die Polizei leitete laut "BuzzFeed" Ermittlungen gegen R. Kelly ein. Da die Behörden die Beziehungen zwischen dem Sänger und den Frauen als einvernehmlich betrachtet hätten, seien jedoch keine Maßnahmen gegen ihn ergriffen worden.

Es wäre nicht das erste Mal, dass R. Kelly in einen Skandal verwickelt ist. 2008 beschuldigte die Zeitung "Chicago Sun-Times" R. Kelly, er führe eine sexuelle Beziehung mit einer Minderjährigen. Das Gericht sprach den Sänger von den Vorwürfen frei. Erst im April hatte ein Ehemann R. Kelly verklagt, weil dieser angeblich eine langjährige Affäre mit der Frau des Klägers gehabt haben soll.

wit/AFP



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