Rachel Weisz über Weinstein "Seine Macht bröckelte bereits"

Jahrelang interessierten die Vorwürfe gegen Harvey Weinstein offenbar niemanden. Erst mit seinem beruflichen Abstieg haben die Opfer laut Schauspielerin Rachel Weisz Gehör gefunden.

AP

Wurden die Missbrauchsvorwürfe gegen Harvey Weinstein jahrelang ignoriert? Die britische Schauspielerin Rachel Weisz findet, dass die mutmaßlichen Opfer des früheren US-Produzenten erst spät beachtet wurden. Sie seien erst wahrgenommen worden, als es mit seiner Karriere ohnehin bergab gegangen sei. "Ich denke, seine Macht bröckelte bereits", sagte die 47-Jährige in einem Interview mit dem "Evening Standard" zum Zeitpunkt der Enthüllungen über Weinstein.

Ihre Freundin, die britische Schauspielerin Sophie Dix, habe seit den Neunzigerjahren jedem, der es hören wollte, von einem Übergriff des Produzenten erzählt, sagte Weisz. Nach Dix' eigener Aussage hatte der Produzent sie in einem Hotelzimmer überwältigt, als sie 22 Jahre alt war. Dieses Erlebnis habe lange anscheinend niemanden interessiert, sagte Weisz.

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Rachel Weisz über Weinstein: Auf dem absteigenden Ast

In den vergangenen Wochen hatten mehr als hundert Frauen Weinstein sexuelle Übergriffe vorgeworfen, mehrere berichteten auch über Vergewaltigungen. Weinstein verlor seinen Job, gegen ihn laufen mehrere Ermittlungsverfahren. Er selbst hat Fehlverhalten zugegeben, weist die Vergewaltigungsvorwürfe aber zurück.

Es geht um Macht und Geld

Bei der Demaskierung Weinsteins hätten wirtschaftliche Aspekte eine zentrale Rolle gespielt, sagte Weisz in dem Interview. Das Gleiche gelte für Bill O'Reilly und Charlie Rose - zwei weitere prominente TV-Persönlichkeiten in den USA, denen sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen wird. Sie hätten "nicht mehr das große Geld gemacht". Das sei natürlich keine optimistische Perspektive, "aber hier geht es um Macht und Geld".

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Die Schauspielerin äußerte zugleich die Hoffnung, dass der Skandal einen "wirklichen strukturellen Wandel" im Umgang mit Missbrauch bewirken könne. Sie hoffe, dass "Frauen, die keine großen Plattformen auf Twitter haben, die Krankenschwestern oder Büroangestellte sind, merken, dass sie sich an ihre Chefs wenden können".

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Weisz gehört zu den bekanntesten britischen Schauspielerinnen und ist seit 2011 mit ihrem britischen Schauspielkollegen Daniel Craig verheiratet.

win/AFP

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