Anruf bei Ban Ki Moon: Ein bisschen Streich muss sein

Hallo, können wir mal den Uno-Generalsekretär sprechen? Zwei Scherzkekse aus Kanada haben mit dieser Masche tatsächlich Ban Ki Moon ans Telefon bekommen und ihn ordentlich veräppelt. Ban nahm es mit Humor - immerhin ließ er sich von dem Duo nicht so auf die Schippe nehmen wie einst Sarah Palin.

Uno-Generalsekretär: Ban Ki Moon, am Telefon veräppelt Fotos
AP

New York - Der Atomstreit zwischen Israel und Iran, Krieg in Syrien, der Kampf für Menschenrechte: Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon ist ein vielbeschäftigter Mann. Besonders, wenn die Vereinten Nationen zu ihrer Vollversammlung zusammentreten. Das Gipfeltreffen findet derzeit in New York statt, und Ban ist vollauf damit beschäftigt, Staatsoberhäupter und Regierungschefs aus aller Welt zu begrüßen und auch sonst den guten Gastgeber zu mimen.

Angesichts eines derart strammen Programms - Ban hat in dieser Woche 120 Treffen mit Spitzenpolitikern - wundert man sich, was zwei kanadischen Radiomoderatoren gelungen ist. Marc-Antoine Audette und Sebastien Trudel brauchten nach eigener Aussage weniger als eine Stunde, um Ban ans Telefon zu bekommen. Man habe nur mit etwa einem halben Dutzend Leuten sprechen müssen. Audette gab sich als der kanadische Premierminister Stephen Harper aus, Trudel als dessen Assistent.

Die Scherzkekse müssen so überzeugend gewesen sein, dass Ban ein Treffen unterbrach, um den Anruf anzunehmen. Der Harper-Imitator entschuldigte sich bei dem Uno-Generalsekretär, dass er nicht an der Vollversammlung teilnehmen könne. Er sei einfach zu sehr damit beschäftigt, seine Haare mit Klebstoff zu kämmen - eine Anspielung auf Harpers Frisur, die oft wie ein Helm auf dem Kopf sitzt. Deshalb, so der falsche Harper, habe er seinen "Schoßhund", Außenminister John Baird, nach New York geschickt.

In dem fünfminütigen Telefonat auf Englisch und Französisch bat der Anrufer auch darum, Ban solle mit dem Chef der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL sprechen, um endlich ein Team in Quebec zu bekommen. Erst zu diesem Zeitpunkt, so die Radiomoderatoren, habe Ban begriffen, dass man ihn zum Narren halte. Er sei aber nicht böse gewesen, habe sogar gelacht.

Der Anruf sei nicht die beste Verwendung für Bans Zeit gewesen, sagte ein Sprecher. Aber der Generalsekretär habe die Sache mit Humor genommen. "In Zukunft werden wir besonders genau auf schlechte französische Akzente bei Anrufen aus Kanada achten." Auch Harper nahm die Sache gelassen. "Gut gemacht", twitterte sein Sprecher.

Trudel und Audette, die sich "Die maskierten Rächer" nennen, arbeiten beim Sender CKOI-FM in Montreal. Vor Ban fielen bereits mehrere Prominente auf ihre Scherzanrufe herein. Wenige Tage vor der US-Präsidentschaftswahl 2008 gab sich Audette etwa gegenüber der republikanischen Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten, Sarah Palin, als der französische Präsident Nicolas Sarkozy aus - und brachte Palin dazu, eine Einladung zur Babyrobbenjagd anzunehmen. Auch Donald Trump, Bill Gates, Bono, Mick Jagger und Britney Spears wurden schon von dem Duo veräppelt.

ulz/Reuters/AP

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