Insolventer Rapper 50 Cent badete in falschen Dollars

Rapper 50 Cent ist insolvent - sagt er. Das hindert ihn aber nicht, im Internet Fotos zu posten, auf denen er sich in dicken Dollarbündeln wälzt. Eine Richterin bat um Aufklärung.

Rapper 50 Cent in Siegerpose
REUTERS

Rapper 50 Cent in Siegerpose


Mit dem Humor ist das so eine Sache. Auf Instagram postete Rapper 50 Cent im Oktober vergangenen Jahres Fotos, auf denen er mit Geld zu sehen ist. Bündel von 100-Dollar-Noten, lässig aufs Bett geworfen oder liebevoll zu dem Wort "broke" zusammengelegt - "pleite". Im Juni 2015 hatte der Musiker Insolvenz angemeldet.

Richterin Ann Nevins vom Bankruptcy Court im US-Bundesstaat Connecticut forderte eine Erklärung. Woher all das Geld denn stamme, wollte sie wissen. Jetzt hat Curtis James Jackson III, wie 50 Cent mit bürgerlichem Namen heißt, schriftlich versichert, dass das Geld auf den Fotos gar nicht echt sei.

Die Bilder mit den falschen Geldnoten habe er auf Instagram gepostet, um im Gespräch zu bleiben, so die Begründung. Die Hip-Hop-Kultur sei nun mal verbunden mit der Zurschaustellung von Geld und Schmuck sowie der Werbung über soziale Medien. "Nur weil ich daran interessiert bin, meine Marke zu pflegen, heißt das doch nicht, dass ich Vermögen verberge oder in Sachen Insolvenz gelogen habe", heißt es in der Erklärung.

Der Rapper war von einem US-Gericht zur Zahlung von Schadensersatz in Höhe von sieben Millionen Dollar verurteilt worden, weil er ein Sexvideo von einer Frau ohne deren Erlaubnis im Netz veröffentlicht hatte. Die Klägerin Lastonia Leviston hat das Geld aber nie gesehen - weil Jackson Insolvenz anmeldete, wie er selbst sagte, aus strategischen Gründen.

50 Cent pflegt seit Langem die explizite Liebe zum schnöden Mammon. Hier inszeniert er sich mit einem Dollar-Sandwich auf Instagram.

Erst kürzlich hat sich Rapper 50 Cent mit einer Sympathiebekundung für US-Präsidentschaftsanwärter Donald Trump bei seinen Fans unbeliebt gemacht. Er postete ein Selfie mit der Unterschrift "Ich und mein Präsident… vielleicht". In Sachen Finanzmanagement kann er von Trump vermutlich noch einiges lernen.

ala

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insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
tkedm 09.03.2016
1.
Immer wieder erstaunlich, wohin zig Millionen auf einmal verschwinden. Erst bei Herrn West und nun bei Herrn Cent. Aber Spendenkonten haben die noch nicht eröffnet, oder?
dweird 09.03.2016
2. mo' money, mo' culture...
Dies zeigt mal wieder, dass heutiger Hip Hop mit der Attitude und der rebellischen Subkultur der Achtziger wirklich nichts mehr zu tun hat. 50Cent mag arm sein oder nicht - armselig ist er auf jeden Fall.
SpitzensteuersatzZahler 09.03.2016
3.
Wäre es dann nicht eine Überlegung wert, gegen ihn wegen Besitzes von Falschgeld oder so zu ermitteln? Dann würde sich das Thema vermutlich schnell klären lassen...
Crom 09.03.2016
4.
Zitat von SpitzensteuersatzZahlerWäre es dann nicht eine Überlegung wert, gegen ihn wegen Besitzes von Falschgeld oder so zu ermitteln? Dann würde sich das Thema vermutlich schnell klären lassen...
Spielgeld zu besitzen, ist nicht strafbar.
Chuck die Pflanze 09.03.2016
5.
Zitat von CromSpielgeld zu besitzen, ist nicht strafbar.
Mmmmmm... Schoko-Goldmünzen.
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