Rapper Shawty Lo Immer Ärger mit den Kleinen

Rapper Shawty Lo hat elf Kinder mit zehn Frauen. Diese Konstellation klang für Fernsehproduzenten nach einer gelungenen Realityshow. Doch nun wird die Sendung nicht gedreht. Kritiker verurteilten das Konzept - es bediene die immergleichen Stereotype über schwarze Familien.

AP

Los Angeles - Ein neuer Tiefpunkt im Reality-Fernsehen ist verhindert. Der US-Kabelsender Oxygen wird die Produktion einer Sendung mit dem Rapper Shawty Lo nicht weiter verfolgen. Das Konzept der Show war simpel: Der Rapper hat mit zehn verschiedenen Frauen elf Kinder gezeugt. Und "All My Babies' Mamas" sollte das Tohuwabohu im weit verzweigten Beziehungsgeflecht zeigen.

Die Entscheidung traf der Sender wohl nicht ganz freiwillig. Kritiker hatten moniert, die Show bediene Vorurteile gegenüber Schwarzen. Bei einer Online-Petition forderten mehr als 37.000 Personen, die Sendung zu stoppen. Man solle Oxygen zeigen, dass das Publikum keine Sendung toleriere, die schwarze Familien und Kinder ausbeute und stereotypisiere, heißt es dort. Zudem rief Initiatorin Sabrina Lamb zum Boykott von Werbekunden der Sendung auf.

Unterstützung kam von vielen Seiten. Ein Kommentator der "Washington Post" schrieb, die Sendung wolle schwarze Männer und Frauen als sexbesessen und als ungeeignete Eltern darstellen. Das könne ernste Konsequenzen in der Realität haben: "Weniger Aufmerksamkeit von Ärzten, härtere Strafen von Richtern, geringere Chancen am Arbeitsmarkt, beim Hochschulzugang oder bei der Kreditvergabe und eine höhere Wahrscheinlichkeit, von der Polizei erschossen zu werden."

Der Protest hatte nun Erfolg. Laut "New York Times" hatte Oxygen die Idee für die Sendung im vergangenen Dezember der Öffentlichkeit präsentiert. Geplant war eine einstündige Show, die quasi als Test für eine mögliche Serie dienen sollte. Kurz darauf wurde der Zeitung zufolge eine Website der Produktionsfirma geknackt, die die Sendung anbot. "1 Mann, 10 Mütter, 11 Kinder. Oh, und eine neue Freundin … die so alt ist wie seine ältesten Kinder" war demnach als Einblendung in einem Trailer zu lesen.

Oxygen hatte das Konzept anfangs noch verteidigt. Man wolle keine Stereotype zeigen, teilte eine Sprecherin mit. Es gehe vielmehr um den Blick auf eine einzigartige Familie und deren kompliziertes Leben.

Shawty Lo, mit bürgerlichem Namen Carlos Walker, konnte die Aufregung ohnehin nicht recht verstehen. Mit MTV News sprach er über seine ungewöhnliche Familiensituation. Er kümmere sich um seinen Nachwuchs. Von den zehn Müttern habe er nur mit einer Probleme. "Sie hat zwei Kinder von mir und denkt, dass ich für ihre Kinder mehr tun muss", sagte er. "Es gibt viele Väter, die sich nicht mal um ein Kind kümmern; ich muss mich mit elf herumschlagen."

ulz

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