"Absolute Mehrheit" Rapper Sido räumt in Raabs Polit-Show ab

Der mündige Fernsehzuschauer hat gewählt: In der dritten Ausgabe von Stefan Raabs Polit-Show "Absolute Mehrheit" gewann der Berliner Rapper Sido. Der 32-Jährige holte 56,5 Prozent der Stimmen - und ging mit 300.000 Euro Siegprämie nach Hause.


Berlin - Die Leute "heiß machen auf Politik" - das war das erklärte Ziel des omnipräsenten Fernsehkomikers Stefan Raab, als er mit der Polit-Show "Absolute Mehrheit" auf Sendung ging. Es gab nicht wenige, die sich von Raab so etwas wie die Rettung der politischen Kultur in Deutschland erhofften: Immerhin hatte der Mann von ProSieben zuvor bereits den Eurovision Song Contest gerettet und - mit "Schlag den Raab" - die große Samstagabendshow im deutschen Fernsehen.

Sämtliche Hoffnungen dieser Art dürften am Sonntagabend einen empfindlichen Dämpfer erlitten haben. Sieger der dritten Ausgabe von "Absolute Mehrheit" wurde der Berliner Rapper Sido. Nach drei Diskussionsrunden zu aktuellen politischen Themen holte der 32-Jährige bei der Abstimmung der TV-Zuschauer 56,5 Prozent der Stimmen. Das war noch keinem Gast zuvor gelungen.

Sido, der mit bürgerlichem Namen Paul Würdig heißt, hatte sich in der Live-Sendung für die Legalisierung weicher Drogen stark gemacht: "Entweder, man verbietet Alkohol, Tabak und den ganzen Kram oder man ändert die Gras-Gesetze", postulierte er: "Man muss da konsequent sein." Auch zu den Themen Wahlrecht ab 16 Jahren ("Es ist doch egal, wie alt man ist") und Maxi-Löhne ("Fleißige Leute sollten auch besser bezahlt werden") äußerte sich der Mann, der früher eine Totenkopfmaske trug, und konnte damit bei den meist jungen Fernsehzuschauern punkten. Was der werdende Vater mit dem Preisgeld von 300.000 Euro macht, verriet er während der Sendung nicht.

Sido setzte sich in "Absolute Mehrheit" gegen einige medienerfahrene Polit-Konkurrenten durch: In der Runde saßen der Buchautor und Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) sowie der CDU-Jungstar Jens Spahn. Beide waren gegen den ehemaligen Gangsta-Rapper am Ende chancenlos.

rls/dpa



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insgesamt 192 Beiträge
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olilama 25.03.2013
1. was er mit dem geld macht?
soviel ist das ja nicht. ne schicke blingbling uhr und ein geiler pimp wagen, dableibt grad noch genug um sich in der disse ne flasche rapperbrause über den kopf zu schütten...
aka-d-miker 25.03.2013
2. Po-lemik
...das passiert, wenn kleine Kinder ihren Wunschzettel abgeben und nicht über die Konsequenzen nachdenken geschweige denn Rechenschaft ablegen müssen... Wenn junge ZuschauerInnen somit lernen, dass Politik darin besteht, Dinge, die einzelne für richtig halten, einfach nur postulieren muss, und man damit eine "Regierungsmehrheit" bekommt, dann wundert es mich nicht, wenn Parteien, die mit solcher Polemik ihre WählerInnen generieren, auf dem Vormarsch sind...
Badischer Revoluzzer 25.03.2013
3. Wozu gibt
es eine Fernbedienung ?
Jan Kleinschnieder 25.03.2013
4. optional
"Fleißige Leute sollten auch besser bezahlt werden" ... wenn ich sowas schon höre. Das würde ja heissen, das Leute die wenig verdienen, nicht fleissig sind. Also selber Schuld. Neoliberaler Zeitgeist in Rheinform. Sido scheint FDP-Wähler zu sein, seinem Werteempfinden nach.
thlogical 25.03.2013
5. Blick auf die Realität
obwohl die Show absoluter Schwachsinn ist, lässt sie trotzdem einen blick in die Zukunft zu. Junge Leute sozusagen die nächste Generation die dieses Land steuern muss macht sich mehr Sorgen darum ob sie nicht mehr kiffen darf als darum ob sie eine Familie versorgen können, Arbeit haben und als Rentner nicht verarmen. Das zukunftsdenken der Gereration I wie Apple beschränkt sich auf eine sehr kurze Zeitspanne. Leider ist diese Problem nur durch Bildung lösbar und die schafft dieser Staat kontinuierlich ab. Vieleicht spendet Sido die 300000 an einen Verein der Bildung bei jugentlichen fördert.
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