Rassismus-Vorwurf John Mayer und das N-Wort

In einem Interview erörterte US-Sänger John Mayer ungeniert die Qualitäten seiner Ex-Freundinnen Jessica Simpson und Jennifer Aniston. Dann erklärte er, er habe eine Vorliebe für Pornos, aber ungern Sex mit Afroamerikanerinnen. Eine Welle der Empörung erhob sich - jetzt ruderte der Plauderer kleinlaut zurück.


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US-Sänger John Mayer: "Jessica Simpson ist sexuelles Napalm"
New York - War es ein kommunikativer Totalausfall oder tatsächlich Rassismus der übelsten Art? In einem Interview für die Märzausgabe des "Playboy" hatte Musiker John Mayer zunächst über die Liebesfähigkeiten seiner Ex-Gespielin Jessica Simpson geplaudert und sie in diesem Zusammenhang als "sexuelles Napalm" bezeichnet. "Dieses Mädchen ist für mich eine Droge... Dieses Mädchen ist wie Crack-Kokain für mich", heißt es in dem vorab veröffentlichten Interview mit dem Herrenmagazin.

Auch über seine Beziehung zur neun Jahre älteren Jennifer Aniston ließ sich der Gitarrist aus. Natürlich liebe er sie noch immer, tönte der Blues-Musiker. Schließlich sei die Schauspielerin und Ex-Frau von Brad Pitt die "süßeste und liebste Person", die man sich vorstellen könne. Dennoch stellt der Altersunterschied für den Musiker offenbar ein Problem dar: "Ich kann die Tatsache nicht ändern, dass ich 32 sein muss."

Doch das war nur der Anfang eines Debakels der besonderen Art. Freimütig und detailliert berichtete Mayer zunächst über seine Vorliebe für Pornographie. Auf die Frage des Playboy-Interviewers Rob Tannenbaum, ob Afroamerikanerinnen ihn attraktiv fänden, sagte Mayer dann laut "Los Angeles Times": "Ich glaube, ich kann mich dafür nicht öffnen. Mein Penis ist so etwas wie ein weißer Rassist." Dann spekulierte er darüber, welche der schwarzen US-Schauspielerinnen er besonders "heiß" finde. Dabei verstieg er sich dazu, das Wort "Nigger" zu benutzen - für einen Weißen in der US-Öffentlichkeit ein absolutes Tabu.

Wie zu erwarten, brach ein Sturm der Empörung los, den Mayer halbherzig und kleinlaut via Twitter versuchte einzudämmen. "Ich hätte dieses Wort niemals in den Mund nehmen sollen und ich werde es auch nie wieder tun", jammerte er auf seiner Seite. Der Versuch, das "N-Wort" zu intellektualisieren, sei voll daneben gegangen, so seine Einschätzung.

"Die Sache ist mir aus dem Ruder gelaufen", bekannte Mayer und betonte: "Ich wollte ein Blues-Gitarrist sein. Und ein Sänger. Und ein Songwriter. Nicht ein Schock-Hansel. Da habe ich nicht die Nerven für."

ala



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