Rassistische Pöbeleien: Milde Strafe für John Galliano
Ein Pariser Gericht hat John Galliano wegen rassistischer Pöbeleien schuldig gesprochen. Der 50-Jährige wurde zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt - auf Bewährung. Zahlen muss der Modeschöpfer die Gerichtskosten der Kläger.
Paris - Der britische Modemacher John Galliano kommt nach seinen judenfeindlichen Ausfällen glimpflich davon: Ein Pariser Gericht verurteilte ihn am Donnerstag zu einer Geldstrafe von 6000 Euro auf Bewährung. Galliano blieb der Urteilsverkündung fern und wurde von seinem Anwalt vertreten. Er wolle die Konfrontation mit der Presse vermeiden, ließ er dem Gericht ausrichten.
Die Geldstrafe muss Galliano nur zahlen, wenn er erneut straffällig wird. "Das ist ein starkes Zeichen des Gerichts", sagte Verteidiger Aurélien Hamelle. Man habe anerkannt, dass sein Mandant sich entschuldigt und Suchttherapien absolviert habe. "Er hofft jetzt, alles hinter sich lassen zu können."
Galliano muss den Klägern - drei Personen und fünf gegen Rassismus kämpfende Organisationen - die Gerichtskosten von 16.500 Euro ersetzen und jedem zudem einen symbolischen Schadenersatz von einem Euro zahlen. Staatsanwältin Anne de Fontette hatte eine Geldstrafe von mindestens 10.000 Euro gefordert. Damit blieb sie bereits unter der möglichen Höchststrafe von sechs Monaten Haft und 22.500 Euro.
Der Stardesigner hatte im vergangenen Jahr in seiner Stammkneipe im Pariser Szeneviertel Marais mehrere Gäste beleidigt und rassistisch beschimpft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Galliano Ausdrücke wie "Dreckiges Judengesicht" und "Beschissener asiatischer Mistkerl" fallen ließ. Ein anonym aufgenommenes Video hatte die Affäre weiter angeheizt. In dem Film lallt Galliano die Worte: "I love Hitler" und beschimpft die Gäste.
Gallianos Arbeitgeber Dior hatte den 50-Jährigen wegen der Affäre bereits im Frühjahr entlassen. Galliano war dort mehr als 14 Jahre lang Chefdesigner.
Bei der Gerichtsverhandlung im Juni hatte Galliano ausgesagt, sich an die Pöbeleien nicht erinnern zu können und auf schweren Alkohol- und Medikamentenmissbrauch verwiesen. Die Arbeit für Dior und die eigene Marke sei ihm über den Kopf gewachsen, sagte der Designer.
hut/dpa/AFP
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- Donnerstag, 08.09.2011 – 14:15 Uhr
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