Sieg vor Gericht Leg dich nicht mit Rebel an

Rebel Wilson, eine notorische Lügnerin? Artikel in Zeitschriften setzten die Schauspielerin in ein schlechtes Licht. Nun hat Wilson eine Verleumdungsklage gewonnen. Für den Verlag könnte es teuer werden.

CROSLING/ EPA/ REX/ Shutterstock

Rebel Wilson habe über ihr wahres Alter gelogen, über ihren tatsächlichen Namen und Erlebnisse in der Kindheit - all das behauptete der Verlag Bauer Media, ein australischer Ableger des deutschen Bauer-Konzerns, in Artikeln über die Schauspielerin. Wilson reichte Klage wegen Verleumdung ein: Die Veröffentlichungen hätten ihrer Karriere geschadet, sie mehrere Filmrollen und dadurch viel Geld gekostet.

Nun hat Wilson vor einem Gericht in Australien recht bekommen. Eine Jury mit sechs Mitgliedern entschied einstimmig für sie und befand, jeder der acht fraglichen Artikel in den Zeitschriften "Women's Weekly", "Woman's Day" sowie "OK" sei im Wesentlichen unwahr. Wilson geht davon aus, dass eine neidische ehemalige Mitschülerin Quelle für die Artikel war. Die Frau soll 2000 Dollar für Informationen erhalten haben.

"Ich hoffte, die Jury würde das Richtige tun und diesen Boulevardblättern eine Botschaft senden. Und das hat sie getan", sagte Wilson. "Das war auf jeden Fall ein langer und harter Kampf." Das Verhalten der Gegenseite könne nur als infam bezeichnet werden. "Es ist ein Sieg für jeden, der bösartig niedergemacht wird." Sie liebe ihre Arbeit und freue sich nun darauf, ihre Karriere voranzutreiben. Eine Bauer-Sprecherin sagte, man prüfe nach dem Urteil alle Optionen.

Wilson schaffte 2011 mit ihrer Rolle in "Bridesmaids" den Durchbruch. Nach der Veröffentlichung der Artikel wurde ihr nach eigenen Angaben von den Machern von "Kung Fu Panda 3" gesagt, sie sei zu kontrovers für einen Familienfilm. Zudem sei sie aus der Besetzung für den animierten Film "Trolls" geflogen.

Insgesamt entgingen Wilson nach Angaben ihrer Anwälte mehrere Hauptrollen; zudem wurde sie aus zwei laufenden Filmprojekten entlassen. Pro Film verdienen Stars wie Wilson regelmäßig mehrere Millionen Dollar.

Bauer hatte argumentiert, niemand habe wegen der Artikel seine Meinung über Wilson geändert - und die Texte seien ohnehin wahr gewesen. Das sah die Jury komplett anders.

Die Entscheidung könnte für Bauer sehr teuer werden, berichtet die Zeitung "Sydney Morning Herald". Zwar sei im Bundesstaat Victoria Schmerzensgeld auf 400.000 Dollar begrenzt. Eine Obergrenze für Schadensersatz, etwa für entgangenen Verdienst, gebe es aber nicht.

ulz/Reuters

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.