Gewaltverherrlichende Anzeige Rihanna ruft Fans zum Löschen von Snapchat auf

Lieber Rihanna schlagen oder Chris Brown boxen? Snapchat hat eine Anzeige veröffentlicht, in der häusliche Gewalt verharmlost wird. Beide Musiker kritisieren das - die Folgen spürt das Unternehmen an der Börse.

Sängerin Rihanna
AFP

Sängerin Rihanna


Popstar Rihanna hat ihre Fans über Instagram-Stories dazu aufgefordert, die App Snapchat zu löschen. Dort war zuvor eine Anzeige erschienen, in der die häusliche Gewalt, die sie im Jahr 2009 durch Chris Brown erleiden musste, verhöhnt wurde.

Die Anzeige warb für ein Handyspiel namens "Would You Rather", übersetzt etwa: "Würdest du eher…". Sie zeigte zum einen ein Bild von Rihanna mit dem Untertitel "…Rihanna schlagen" und zum anderen ein Bild von Chris Brown mit den Worten "…Chris Brown boxen".

Die 30-jährige Sängerin schrieb auf Instagram: Sie würde es gerne Ignoranz nennen - sie wisse aber, dass Snapchat nicht so dumm sei. "Ihr habt Geld ausgegeben, um etwas designen zu lassen, das vorsätzlich Opfern von häuslicher Gewalt Schande bereitet, um dann einen Witz daraus zu machen!" Es gehe ihr nicht um ihre persönlichen Gefühle, davon habe sie nicht viele. Aber das Unternehmen habe all die Frauen, Kinder und Männer enttäuscht, die Opfer häuslicher Gewalt wurden. "Schämt euch."

Die Kritik an Snapchat in den sozialen Medien folgte prompt. Die Snap-Aktie fiel am Donnerstag um 4,7 Prozent.

Rihanna wurde 2009 von ihrem damaligen Freund Chris Brown im Streit angegriffen und verletzt. Er wurde dafür zu fünf Jahren auf Bewährung verurteilt. Im vergangenen Jahr sprach er für eine Dokumentation über den Vorfall: Er und Rihanna hätten sich gestritten, es sei um eine andere Frau gegangen. "Sie hat versucht mich zu treten und dann habe ich sie geschlagen, mit der geschlossenen Faust, ich habe einfach zugeschlagen und ihre Lippe verletzt," beschrieb Brown die Attacke. Danach sei er selbst schockiert über sein Verhalten gewesen. "Ich fragte mich, warum zur Hölle ich sie geschlagen hatte." Kurze Zeit später trennte sich das Paar.

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Chris Brown: "Es wird mich ewig verfolgen"

Über seinen Anwalt ließ Brown nun eine kurze Erklärung zur Snapchat-Anzeige verbreiten, die "E! Online" zitiert: "Wer immer das bei Snapchat veröffentlicht hat, gehört geschlagen."

Snapchat hat sich entschuldigt und die Anzeige von der Plattform entfernt. Sie sei "ekelhaft und hätte niemals bei uns erscheinen sollen", schrieb das Unternehmen in einer Erklärung. "Es tut uns leid, dass wir den schrecklichen Fehler gemacht haben, sie in unserem Überprüfungsprozess durchgehen zu lassen." Es werde derzeit untersucht, wie das habe passieren können.

Der Aktienkurs von Snapchat ist kürzlich schon einmal unter der Kritik eines Stars massiv unter Druck geraten. Im Februar sank der Marktwert des Unternehmens zwischenzeitlich um 1,5 Milliarden Dollar, nachdem die Social-Media-Berühmtheit Kylie Jenner twitterte, dass ihr das neue Design der App nicht gefalle.

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Anleitung für Einsteiger: So funktioniert Snapchat

cop/aar/Reuters



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