Ex-Bürgermeister von Toronto Rob Ford nach Krebserkrankung gestorben

Alkohol, Drogen, Belästigungsvorwürfe - Rob Ford ging als Skandalbürgermeister von Toronto in die Geschichte Kanadas ein. Nun ist der Politiker im Alter von 46 einem Krebsleiden erlegen.

Rob Ford
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Rob Ford


Torontos Ex-Bürgermeister Rob Ford ist tot. Der 46-Jährige starb am Dienstag, nachdem er anderthalb Jahre gegen den Krebs gekämpft hatte, wie sein Büro mitteilte.

Der verheiratete Vater zweier Kinder habe "sein Leben damit verbracht, den Bürgern Torontos" zu dienen, teilte die Familie mit. "Onkel Rob, Du hast den guten Kampf lang genug gekämpft und kannst jetzt in Frieden ruhen. Ich liebe Dich und werde Dich für immer vermissen", twitterte Fords Neffe Michael Ford.

Bei dem parteilosen Politiker war 2014 ein aggressiver Tumor festgestellt worden. Wegen der Erkrankung zog sich Ford damals auch aus der Politik zurück.

Von 2010 bis 2014 war Ford Bürgermeister der ostkanadischen Metropole. Für internationales Aufsehen sorgte er, als er im November 2013 öffentlich zugab, Crack geraucht und jahrelang Drogen genommen zu haben.

Der Stadtrat entzog ihm daraufhin einen Großteil seiner Machtbefugnisse. Ford durfte zwar weiter den Titel des Bürgermeisters tragen, hatte aber unter anderem ein kleineres Budget, weniger Personal und durfte nicht mehr dem Stadtrat vorsitzen.

Zurücktreten wollte er damals nicht, stattdessen kündigte er kurz vor Ende seiner Amtszeit an, sich wieder zur Wahl stellen zu lassen.

Ford, der auch ein wohlhabender Businessmann war und gemeinsam mit seinem ebenfalls schwergewichtigen Bruder Doug in der Reality-Show "Ford Nation" auftrat, entschuldigte sich nach den Skandalen allenfalls halbherzig und schien den Rummel um seine Person zu genießen. Eines Tages wolle er Premierminister von Kanada werden, kündigte er an.

Ford polarisierte. Die einen konnten ihn nicht ausstehen, aber ein Großteil der Bürger Torontos stand immer hinter ihm. Gerade bei Wählern aus ärmeren Verhältnissen galt er immer als beliebt und Experten hätten ihm sogar eine erfolgreiche Wiederwahl zugetraut.

gam/AP/Reuters/dpa

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