James-Bond-Darsteller Roger Moore "Ab und zu wurde ich flachgelegt"

Als James Bond lagen ihm die Frauen reihenweise zu Füßen, abseits der Leinwand hatte Schauspieler Roger Moore aber Probleme mit dem anderen Geschlecht. Gründe dafür gibt es zwei.

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Eine Hütte in Österreich, hoch oben in den Bergen. Während draußen klirrende Kälte herrscht, hat es sich drinnen ein britischer Geheimagent mit der Kennung 007 gemütlich gemacht. Im Kamin prasselt ein Feuerchen. Davor räkelt sich der Spion Ihrer Majestät mit einer blonden Schönheit auf dem Bärenfell.

Doch der Dienst ruft. Alarmiert von seinen Vorgesetzten stapft James Bond wenig später zur Tür. "James, ich brauche dich", haucht die Frau. "England auch", entgegnet Bond und schwingt sich auf Skiern dem Abhang entgegen - und den russischen Agenten.

Szenen wie diese aus "Der Spion der mich liebte" machten Bond-Darsteller Roger Moore Ende der Siebzigerjahre zur Sexikone. Alles nur Show, wie Moore nun in einem Interview mit dem "Telegraph" zugab. In Wahrheit sei er schon in seiner Jugend sehr schüchtern gewesen.

"Wie ein verdammter Sack Kartoffeln"

"Als Teenager war ich sehr unsicher", sagte Moore. "Also erfand ich Roger Moore." Besonders mit den Frauen habe es am Anfang nicht wirklich hingehauen. "Ich war ihnen gegenüber nicht sehr selbstsicher. Ab und zu wurde ich flachgelegt, aber mit einem Mangel an Selbstbewusstsein."

Schuld an der Misere habe wohl sein Vater gehabt, ein Polizist aus dem Süden Londons. "Ich war vielleicht ein wenig übergewichtig als Kind, weil ich eine Schwäche für Baked Beans auf Toast und Milchschokolade von Cadburrys hatte", sagte der 89-Jährige, der als Einzelkind aufwuchs. "Mein Vater zog den Gürtel meines blauen Schulregenmantels immer eng, wenn wir raus gingen. Er sagte: 'Du bist wie ein verdammter Sack Kartoffeln, zugebunden und hässlich um die Mitte rum.' Ich denke die Unsicherheit rührt daher."

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Roger Moore: Ein Bond, zu schüchtern für die Frauen

In seinem Buch "My Word is My Bond" beschreibt Moore, dass er nach dem erfolgreichen Casting in die Rolle des berühmten Geheimagenten erst mal angehalten wurde, ein paar Pfund abzuspecken.

Auch das Verhältnis seines Charakters zu Frauen in den "James Bond"-Filmen störte Moore zuweilen. Besonders die Brutalität, mit der Bond mit vielen seiner Gespielinnen umsprang. Der Regisseur Guy Hamilton habe ihn am Set von "Der Mann mit dem goldenen Colt" aufgefordert, den Arm seiner Kollegin Maud Adams zu verdrehen. Er habe es nur widerwillig getan.

"Ich denke, ich habe nicht sonderlich viel gelernt, sonst wäre ich nicht viermal verheiratet gewesen", sagt Moore über sein Verhältnis zu den Frauen. Eine Sache hat er aber anscheinend doch mitgenommen. "Du solltest immer das letzte Wort haben. Das lautet: Ja, Schatz."

cnn



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