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Rooney Mara über ungleiche Bezahlung: "Das ist doch nur eine Begleiterscheinung"

Rooney Mara: Meinungsstark und selbstbeherrscht Fotos
Getty Images

Viele Schauspielerinnen verdienen weniger als ihre männlichen Co-Stars. Die Gage sei aber gar nicht das eigentliche Problem, findet Rooney Mara. Sondern die tiefe Verankerung sexistischer Motive.

Es ist offiziell Oscar-Woche, am Sonntag werden die begehrtesten Preise der Filmbranche vergeben. Da kochen auch die Diskussionen der vergangenen Wochen noch einmal hoch. Neben der routinierten Debatte um die Zahl der (nicht)nominierten Afroamerikaner steht auch das Thema ungleiche Bezahlung zwischen Männern und Frauen im Fokus. Nun hat sich Rooney Mara, in diesem Jahr für ihre Rolle in "Carol" für einen Oscar als beste Nebendarstellerin nominiert, eingeschaltet. (Lesen Sie hier eine ausführliche Filmkritik)

"Ich glaube, wir führen da die falsche Unterhaltung", sagte die 30-Jährige dem Portal Deadline. Es solle ihrer Ansicht nach nicht darum gehen, dass Frauen weniger bezahlt bekommen, sondern um das Warum. "Das ist doch nur eine Begleiterscheinung einer viel größeren Sache."

In der Filmindustrie ,aber auch darüber hinaus, werde eine bestimmte Sprache benutzt, um Frauen zu beschreiben - die man aber niemals für eine Mann benutzen würde. Das sei vor allem so, erklärt Mara, wenn es um meinungsstarke, selbstbeherrschte Frauen gehe.

"Ich war damals ein Niemand"

Sie selbst habe erst einmal erlebt, dass sie für einen Film eine geringere Gage als ihr männlicher Gegenpart bekommen habe. "Da gab es keinen Grund für", so Mara. In Streifen wie "Verblendung", der Verfilmung des Krimis von Stieg Larsson, habe sie allerdings selbstverständlich weniger Gehalt bekommen als Co-Star Daniel Craig. "Ich war damals ein Niemand, er war derjenige, der die Hintern in die Kinosessel geholt hat, nicht ich."

Sie arbeite aber auch viel in Independent-Filmen, wo grundsätzlich alle gleich bezahlt würden. Sie sei sich aber sehr bewusst, dass das bei vielen Leuten nicht der Fall sei.

Dass Frauen in Hollywood unter Sexismus leiden, monieren Top-Schauspielerinnen bereits seit geraumer Zeit. In der Debatte meldete sich zum Beispiel Jennifer Lawrence und Sharon Stone zu Wort, die beide über ungleiche Bezahlung klagten. Kollegin Sandra Bullock beschwerte sich darüber, dass sie auf dem roten Teppich stets nur nach ihrem Äußeren gefragt werde. Und zuletzt hatte Olivia Wilde kritisiert, Sexismus in Hollywood sei institutionell.

gam

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 24 Beiträge
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1. Komisch
bauigel 23.02.2016
Ja, ich bin ein Freund von Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Aber es ist schon komisch. Wenn Frauen benachteiligt werden wird groß geschrien. Dass aber 90 % der Models Frauen sind und deutlich mehr verdienen als Männer wird nie diskutiert. Genauso wie viele Frauen in Bürojobs bevorzugt werden um ein besseres Betriebsklima zu erreichen und Kunden zu binden. Wo ist da die Gleichberechtigung?
2. Marktwirtschaft
kayakclc 23.02.2016
Auch hier gelten die elementaren Gesetze der Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage. Das sollte man in den USA doch von jedem Erwachsenem als Basiswissen voraussetzen. Zudem: in vielen Jobs ist das Geschlecht egal und Männern und Frauen machen die gleiche Arbeit. Im Film und im Theater konkurieren Männer und Frauen nicht: Frauen bewerben sich nur um Frauenrollen und für Männer analog (bis auf exotische Ausnahmen) Das gilt auch für Modells. Der Bedarf an Frauen als Models ist viel höher und gute Models selten. Damit steigt der Preis. Das Problem ist bei Filmen weniger die Bezahlung als das Drehbuch, dass Frauen oft kleinere Rollen zubiligt, dass mag Rooney Mara berechtigte Kritik sein. Aber auch hier gilt: Angebot und Nachfrage. Wenn gute Frauen den Job für weniger machen, weil die Konkurenz groß genug ist, wäre ein Produzent schön blöd mehr zu bezahlen als nötig. Er trägt ja auch das finanzielle Risiko, wenn der Film floppt, und nicht die Schauspieler.
3. Bitte...
haresu 23.02.2016
... nochmal neu redigieren. Der Text ist total widersprüchlich.
4. j. lawrence
Malshandir 23.02.2016
Was haben denn ihre maennlichen Schauspieler bei tribute von Panem verdient? Ich meine 10 Millionen fuer den 2. Film. Ja das ist schon wenig. Also vielleicht einen anderen Job suchen. Klar wir das gemeine Volk bekommen ja locker 10 Mio. Die Welt hat andere Probleme als ueber die ueberbezahlten Schauspieler zu jammern.
5. Recht hat sie!
Gerdd 23.02.2016
Das fundamentale Problem ist nicht, ob die Spitzenverdienerinnen in Hollywood nur 20 Millionen bekommen anstatt 50 Millionen, oder ob "nur" 20% der Oscars an schwarze Darsteller gehen, was eben "nur" dem Anteil an der Bevoelkerung entspricht. Mir jedenfalls ginge das mit Abstand an der Kehrseite vorbei. Ich bin zwar alt, maennlich und weiss, aber ich habe in Hollywood trotzdem nichts zu sagen. Ich bin auch weder Linkshaender noch rothaarig, habe also auch da keine Chancen als Minderheit. Die einzige Art, wie ich einen Oscar bekommen koennte, waere mit einem selbstgebastelten auslaendischen Film, den ich dann wohl auch noch aus eigener Tasche bezahlen muesste - nicht mal die Frauenquote fuer die Bezahlung bekaeme ich. Natuerlich hat die Rooney recht. Gleiche Bezahlung fuer gleiche Arbeit sollte laengst selbstverstaendlich sein. Aber indem man mir das Problem vorlegt, loest man es sicher nicht. Und fuer die schwarzen Kolleg(inn)en - was wollt ihr denn nun wirklich? Wie wae's mit einem Oscar fuer Nicht-weisse? Es gibt ja auch einen fuer Auslaender. Moment - nicht fuer Nicht-weisse, sondern nur fuer Schwarze? Na gut, aber dann kommen die Latinos, die Chinesen, die - ich nenne sie immer noch gerne Indianer; Karl May hatte ja auch nicht in allem Unrecht ... So, aber nun kommt mir ja nicht damit, dass ihr nur die Diskriminierung der Schwarzen angreifen wollt. Das waere dann naemlich erst so richtig rassistisch. Und in dem Zusammenhang hinterfrage ich auch gleich mal schnell, warum wir eigentlich getrennte Oscars fuer Frauen und Maenner haben - jedenfalls bei den Darstellern, aber zum Beispiel nicht bei der Regie, beim Drehbuch, bei Kamerafrauen und -Maennern, bei den Kostuemen und beim Make-Up ... Es herrscht doch ganz offensichtlich totales Chaos - sollten wir die Oscars nicht lieber gleich ganz abschaffen? Wie bitte? - "Wir wollen doch nicht gleich das Kind mit dem Bade ausschuetten ..." Ach so? Ja warum lassen wir's dann nicht alles so wie es schon immer war, solange nur der Conferencier halbwegs lustig ist ...
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Zur Person
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    Rooney Mara, geboren 1985 in Bedford, New York, kam über das Fernsehen zum Kino: Ab 2005 übernahm sie Gastrollen in TV-Serien wie "Emergency Room" oder "Law & Order".

    Ihre erste große Kinorolle spielte sie 2010 in dem Remake des Horrorklassikers "A Nightmare on Elm Street". Anschließend besetzte sie Star-Regisseur David Fincher in seinem Drama "The Social Network" - und schließlich in seiner Stieg-Larsson-Verfilmung "Verblendung". Für diesen Auftritt wurde sie für den Golden Globe 2012 nominiert.

    Für ihre Rolle in "Carol" ist sie in diesem Jahr für einen Oscar in der Kategorie "Beste Nebendarstellerin" nominiert. Für ihre Leistung in dem Drama wurde sie bereits in Cannes als "Beste Darstellerin" ausgezeichnet.



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