Live-Übertragung der Royal Wedding ZDF weist Rassismus-Vorwürfe zurück

"Afroamerikanischer Esprit": Nach Kritik an den ZDF-Kommentatoren bei der Royal Wedding hat der Sender Rassismus-Vorwürfe zurückgewiesen. Es sei angemessen gewesen, Meghan Markles Herkunft zu thematisieren.

Prinz Harry and Meghan Markle
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Prinz Harry and Meghan Markle


Das ZDF hat nach Kritik an seiner Sendung über die Hochzeit von Prinz Harry und Herzogin Meghan in Großbritannien Rassismus-Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Zugleich teilte der Sender mit, einige Formulierungen der Sendung seien auch im eigenen Haus selbstkritisch diskutiert worden.

In einigen Medien und sozialen Netzwerken war moniert worden, auf welche Weise die afroamerikanische Herkunft der Braut thematisiert worden war. Mit Kommentaren wie "Meghan versprüht afroamerikanischen Esprit" oder dass "die Queen bei Meghan ein Auge zudrückt" lösten die ZDF-Moderatoren während der Live-Übertragung zahlreiche negative Kommentare aus.

Das ZDF betonte, grundsätzlich sei es journalistisch angemessen gewesen, auch die Frage von Meghan Markles Herkunft in den Gesprächen mit Experten zu beleuchten. Während der rund vierstündigen Liveübertragung habe es zwei Gesprächsrunden dazu gegeben. "Eine davon wurde angeregt durch Fragen der Zuschauer." Der Wandel des britischen Königshauses hin zu einer weltoffenen Monarchie sei ein Thema, das in Großbritannien und Deutschland von großem öffentlichen Interesse sei.

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Wünschenswert wäre es laut ZDF zwar gewesen, in der Sendung einer Repräsentantin oder einem Repräsentanten der schwarzen Gemeinschaft in Großbritannien noch mehr Raum zu geben. Aus Termingründen sei es aber zum Beispiel der Autorin und Kolumnistin Afua Hirsch nur möglich gewesen, an einem "Außen-Set" die Bedeutung der afroamerikanischen Wurzeln Meghan Markles für die britische Gesellschaft einzuordnen.

ans/dpa

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irgendwieundsowieso 23.05.2018
1. Völlig absurdes pc-Theater
Was ist schlimm daran, bei einer hübschen und nun wichtigen Person des öffentliches Interesses zu fragen, wo ihre Wurzeln sind? Wir Deutschen sehen blass und meist langweilig aus, darf ich da nicht fragen, wo diese dunklere Schönheit herkommt? Das hat nichts mit Rassismus zu tun! Manchmal frage ich mich, ob diese "pc-Helden" nur neidisch sind auf die positive Ausstrahlung südlicher Herkunft?!
heinz.murken 23.05.2018
2. Normalität
wird erst einkehren, wenn niemand mehr über so etwas wie ethnische Herkunft spricht. Ich habe zum Glück nicht gezählt, wie viele ft ich daran erinnert wurde, dass die heutige Duchess of Sussex keine „Weiße“ ist. Es interessiert mich bis heute nicht. Menschen sind Menschen, Punkt! Ich kann nur jedem empfehlen, der halbwegs des Englischen möchtog ist, beim nächsten royalen Ereignis im UK die BBC Übertragung zu schauen. O-Ton, sonst nix. Und wenn es Kommentare gibt, dann sind die witziger und fundierter als beim deutschen TV.
olivergarch 23.05.2018
3. Wenn...
...die Queen ein Auge zugedrückt hat, wäre der Queen Rassismus anzukreiden und nicht den Reportern. Und strahlende Augen und ehrliche Emotionen sind nunmal was Besonderes, was Positives im Vergleich zu den Gesichtern im mitteleuropäischen Gen-Matsch, also auch kein Rassismus. Nur ein Kompliment an innere Schönheit, wo deutsche Frauen hilflos und grimmig mit Spachtelmasse auszugleichen versuchen, was ihnen innerlich verloren gegangen ist: Ausstrahlung und Souveränität.
Luscinia007 23.05.2018
4.
Selbstredend war die ZDF-Berichterstattung rassistisch. Das war besonders auffällig, als ein ZDF-Korrespondent Fans in einer britischen Kneipe in NY interviewte. Die Gesprächspartnerin sprach von einer "bi-racial Braut", der ZDF-Korrespondent übersetzte dann eine schwarze Braut. Was geht da in dem Hirn des Korrespondeten vor? Gemsichtrassig gibt es nicht? Ein schwarze Großmutter oder gar nur Urgroßmutter, dann ist man schon eine "Schwarze"? Das ist für die Öffentlich-Rechtlichen umso peinlicher, nicht nur aufgrund der rassistischen Übersetzung, sondern auch aufgrund der Unkenntnis ders Korrespondenten, da ja bekannt ist, dass Markle selbst sich als gemischtrassig, als weder noch versteht. Die Interviewpartnerin sprach dann über die Rede von "Bishop Curry", der ZDF-Korrespondet übersetzte "Curry, ein Schwarzer" - als ob es an Curry das wichtigste sei, dass er schwarz ist, nicht dass er ein Bischof ist. Das Curry eine dunkle Hautfarbe hatte, war für jeden zu sehen. Dass Curry aber Bischof war, wurde in der Übersetzung des Korrespondenten unterschlagen. Peinlich peinlich!
wasnu23 23.05.2018
5. Warum kommentiert man überhaupt noch?
Eine Liveübertragung mit Orginalton vom Ort des Geschehens würde in meinen Augen ausreichen. Wobei bei falscher Kameraperspektive auch hier Grenzüberschreitungen möglich sind.
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