Royal Wedding #IchhabejedeMinutegeliebt

Tief steckt Großbritannien in der Brexit-Misere - da kam die bilderbuchschöne Trauung von Meghan Markle und Prinz Harry gerade recht. Presse und Hochzeitsgäste setzten glückstrunkene Kommentare ab.

DPA

Die Hochzeit des Jahres ist vorbei. Meghan Markle ist nun mit Prinz Harry verheiratet und Herzogin von Sussex - und viele Beobachter empfinden dies als den Beginn einer neuen Zeit im Königshaus.

Die "New York Times" sieht durch die Hochzeit eine neue Ära heraufziehen, der "Telegraph" befand, die Hochzeit sei die perfekte Verbindung bester anglo-amerikanischer Traditionen gewesen. Und CNN konstatierte gar, am Tag der Hochzeit habe sich "alles verändert", die Monarchie sei "transformiert worden".

Wie das Paar die kommenden Tage und Wochen verbringen wird, ist noch nicht bekannt. In jedem Fall zog die Feier jede Menge Glückwünsche und Danksagungen nach sich. Der offizielle Twitter-Account der Königsfamilie verschickte eine Botschaft des Dankes an alle, die nach Windsor gekommen waren oder die Hochzeit anderswo verfolgt hatten. "Und nochmals Glückwunsch dem frischvermählten Herzog und der Herzogin von Sussex."

Einige der Gäste würdigten das Paar, die Feier und den Tag in Social-Media-Einträgen - darunter etwa das Ehepaar Beckham, Serena Williams, Oprah Winfrey und Elton John. Der Sänger postete ein Zitat der US-Bürgerrechtlerin Maya Angelou: "Liebe kennt keine Hindernisse. Sie überwindet Hürden, springt über Zäune, durchdringt Wände, um voller Hoffnung an ihrem Ziel anzukommen."

Moderatorin Winfrey bedankte sich bei Designerin Stella McCartney. Erst Freitagmorgen habe sie gemerkt, dass ihr ursprünglich geplantes Outfit zu weiß für die Hochzeit gewesen wäre - diese Farbe ist der Braut und den Blumenmädchen vorbehalten. Über Nacht habe McCartney dann ein neues Outfit gezaubert und einen alten Hut mit neuen Federn aufgewertet. Ach ja: "Oh mein Gott, war das ein außergewöhnlicher Tag!", Hashtag: #IchhabejedeMinutegeliebt.

Die Beckhams beschränkten sich darauf, dem Brautpaar zu gratulieren. Victoria Beckham schrieb: "Glückwunsch, ein unglaublicher Tag. So stolz, britisch zu sein." Sie und ihr Mann seien "so glücklich" für das Brautpaar.

Ähnlich klang es beim Gatten: "Was für ein stolzer Tag für unser Land! Harry so glücklich zu sehen macht uns stolz auf den Mann und die Person, die er immer gewesen ist … was für ein Tag!"

Nach der Trauung hatte es auf Schloss Windsor einen Empfang für 600 Gäste gegeben, auf Einladung der Queen. Dabei soll Brautvater Prinz Charles eine launige Rede gehalten haben.

Am Abend waren die Frischvermählten in einem komplett zum Elektromobil umgebauten Oldtimer-Cabrio (Jaguar E-type) zum Landschloss Frogmore House gefahren - ihr bislang letzter öffentlicher Auftritt.

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Royal Wedding: Der Abend, das Cabrio, die Party

Dort feierten sie mit rund 200 Gästen. In der britischen Boulevardpresse wird kolportiert, nach der Party im Frogmore House habe sich der harte Kern der Gäste zu einer "After after Party" nach London begeben.

ulz

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wusel8 20.05.2018
1. Naja ...
ehrlich gesagt wundert es mich, dass auch der SPIEGEL diesen völlig idiotischen Hochzeits-Medienhype mit ganzen Artikelserien zum Thema mitmacht. Ein Artikel dazu hätte nun wirklich mehr als gereicht. Ich kenne in meinem Bekanntenkreis niemanden, der sich für dieses Thema interessiert. Wer veranlasst aus welchem Grunde diese Gewichtung einer derartigen Belanglosigkeit? Da stellt sich sogar ganz leise die Frage, ob das, was gewisse Kreise immer wieder kolportieren, nicht doch stimmen könnte, nämlich ob wir es hier mit einer gleichgeschalteten Presse zu tun haben ... ?
PaulchenGB 20.05.2018
2. Jede Medaille hat zwei Seiten
Für die Monarchie gegen die Monarchie, für BREXIT – gegen BRXIT, für Iran-Sanktionen Iran – EU dagegen, Trumpbashing und Trumpbefürworter, Regierung gegen Oppostion. Meinungen gehen auseinander und es wird diskutiert, nicht immer sachlich, Beleidigungen, Häme, Falschinformationen, mit falschen Zahlen jonglieren, sollen manchmal Standpunkte deutlicher machen. Beim britischen Königshaus gegen die Gemüter auch auseinander, wenn auch nur im Verhältnis von 80 zu 20. Niemand bestreitet den Wirtschaftsfaktor, der bei ca. 2.5 Mrd. Pfund Sterling liegt bei Kosten für den Steuerzahler von 0,53 Pfund Sterling pro Jahr und Steuerzahler. Vom Unternehmerstandpunkt doch ein gutes Geschäft. Insofern kann man die Hochzeitskosten von 36 Mio Pfund vernachlässigen, ist ja auch bei den Briten überhaupt kein Thema. Die Hochzeit selbst, über die Tausende Journalisten berichtet und ca. 3 Milliarden Menschen verfolgt haben, war perfekt inszeniert, aber eben kein Werbegag! Harry und Meghan machen einen sehr verliebten und glücklichen Eindruck, insofern alles Gute für die Ehe. Welche Veränderungen es für das Königshaus mit sich bringt, wird die Zukunft zeigen. Harry und Meghan haben sich schon vor der Hochzeit frei von jeglicher Parteipolitik für viele soziale und gesellschaftliche Projekte engagiert und werden nun gemeinsam Finger in Wunden legen und dass wird von den Briten geschätzt und hat Auswirkung auf die Politik und ist das besondere an den Royales.
ulrich.schlagwein 20.05.2018
3. Anfang
vom Ende des Brexit... Prinz Harry faehrt Jaguar mit Linkslenker, unerhoert...
zeisig 20.05.2018
4. Mir hat das Auto gefallen.
Dieser Jaguar E-Type in blaumetallic - ein Traum. Auch wenn die obere Hälfte von Harry's Kopf über die Windschutzscheibe hinausgeragt hat. Was waren die Autos und die Menschen früher klein, kaum zu glauben ! Aber hier zeigt sich wieder das Traditionsbewußtsein der Briten, das gefällt mir.
centhurion77 20.05.2018
5. Sorry, für mich reines Kalkül
Was war denn wirklich so feministisch an diesem Kleid? Mit Schleier verhüllt? Hat das was mit dem neuen Selbstbewusstsein einer Frau zu tun? Eher nicht, denn tatsächlich ist das sehr altmodisch. Schade, das war doch ihre Chance sich als gestandene, erfahrene und selbstbewusste Feministin zu zeigen. Insbesondere bei einer Hochzeit wie dieser. Trotz aller Vorgaben hätte sie mit Sicherheit ein kleines Detail setzen können, um davon etwas zu repräsentieren. Und das ohne viel Wirbel oder gleich für einen Skandal zu sorgen. Schade... Stattdessen typischer Mainstream. Zumal auch Spargeldünn. Hatte die schwedische Prinzessin nicht auch so einen U-Boot-Kragen als sie heiratete? Ganze ehrlich. Diese Frau ist 36 Jahre alt und wird allein schon aus biologischen Gründen bald schwanger sein. Zudem war sie schon verheiratet und sie ist Schauspielerin. Das heißt, sie ist sich über die mediale Wirkung usw. sehr bewusst und sie weiß ganz genau, was sie tut. Für mich ist das keine natürliche bürgernahe Feministin, die sich hier mal ganz normal und bodenständig gezeigt hat, sondern eine Frau mit berechnendem Kalkül. Sorry, ich bin zu sehr Realist und kann mich dafür nicht so überschwänglich begeistern, sondern sehe es halt nüchtern. Nichtsdestotrotz habe ich ein Herz und zeige auch gerne mal Gefühle. Doch mir ist das zu viel Hype und ich kann das nicht allzu ernst nehmen. Die Rede vom amerikanischen Bischof und der Gospelchor waren eine Erfrischung in diesem oft negativen Schlagzeilen. Gar keine Frage. Obwohl mir ein Gospelchor schon immer gut gefallen hat und nicht erst seit diesem Auftritt. Macht einfach Laune. Übrigens, ein interessanter Podcast von zwei jungen Damen sollte sich jeder mal anhören: https://www.welt.de/podcasts/the-real-word/article176419244/Hoeren-Sie-rein-Der-Podcast-ueber-Liebe-Mode-Sex-und-Politik.html#Comments Bedenklich finde ich auch, wie diese Royals zur Macht kamen und wodurch sie überhaupt so viel Reichtum besitzen. Das kommt nicht von ungefähr (z. B. Kolonialzeit, Sklaverei, etc.). Die Finanzzentrum in London verkörpert hier die gleiche Gier und Macht, wie die damaligen Adeligen. Unterdrückung, Ausbeutung und Profitgier sind und waren beiden Lagern vorhanden. Nur so kommt zu all den prunkvollen Schlössern, Villen, Schmuck, Reichtum und Einfluss. Wenn die ganzen Milliarden, die die Steuerzahler Großbritanniens, nicht in die Royals investieren würden, sondern in die eigene Wirtschaft, soziale Projekte, Integration, Investitionen in Forschung und Bildung, usw. vornehmen würden, dann würden wirklich alle davon profitieren. Die touristischen Einnahmen liegen weit unter dem Niveau was die Royals tatsächlich kosten, wohlgemerkt fürs Nichtstun bzw. für ein Disneyland in der Realität.
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