Prinz Charles und Dracula: Rumäniens royal-gruselige Kampagne

Die verwandtschaftliche Verbindung zwischen Prinz Charles und Vlad dem Pfähler soll die Neugier der Briten auf Transsylvanien wecken. Rumänien wirbt offensiv mit dem Thronfolger - und hofft auf den Dracula-Effekt.

Prinz Charles und Dracula: Rumäniens royal-gruselige Kampagne Fotos
DPA

Hamburg - Die Geschichtsschreiber zeichnen kein besonders sympathisches Bild von Vlad III.: Er soll im 15. Jahrhundert Zehntausende Menschen in den Tod geschickt haben, unter all den grausamen Hinrichtungsarten sei ihm die Pfählung am liebsten gewesen, so erhielt er nach seinem Tod den Beinamen "der Pfähler".

Während Zeitgenossen also vermutlich lieber einen Bogen um diesen Vlad machten, erhofft sich Rumänien von seinem früheren Fürsten nun eine hohe Anziehungskraft auf Touristen. Denn Vlad wurde postum berühmt als Vorlage einer weltweit bekannten Romanfigur: Draculea war sein Beiname, der Schriftsteller Bram Stoker soll aus ihm den legendären Dracula gemacht haben.

Die Tourismusbehörde Rumäniens wirbt mit dem Gruselfaktor: In Transsylvanien auf den Spuren des blutrünstigen Dracula wandern - wer will das nicht? Wenn es um britische Touristen geht, setzt die Behörde nun aber verstärkt auf einen weiteren Trumpf. Und der heißt Prinz Charles.

Was hat Charles mit dem Pfähler am Hut? Seine Großmutter Queen Mary soll mit Vlad III. verwandt gewesen sein. Darauf hatte Charles in einem Interview selbst hingewiesen: "Die Genealogie zeigt, dass ich ein Nachfahre von Vlad dem Pfähler bin. Transsylvanien ist in meinem Blut."

Und diese Verbindung soll, wenn es nach den Wünschen der Tourismusbehörde Rumäniens geht, möglichst viele Briten dazu bewegen, sich gen Südosten aufzumachen. Wie der "Telegraph" berichtet, wirbt die Behörde in Broschüren und Videos neuerdings offensiv mit der royal-gruseligen Blutsverwandtschaft für das eigene Land und zitiert Charles, wo es nur geht.

Nach Angaben der Behörde kamen im vergangenen Jahr 118.000 Touristen aus Großbritannien nach Rumänien. Es kann gut sein, dass Prinz Charles darunter war: Er kommt regelmäßig ins Land und setzt sich dort für den Naturschutz ein. Seit sechs Jahren besitzt er ein Haus in Transsylvanien. Für Gruseltouristen interessant: Es soll auch als Ferienhaus buchbar sein.

bim

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