Frauen im Film Ryan Reynolds will mehr weibliche Comichelden

Superkräfte sind reine Männersache? Nicht für Ryan Reynolds. Der Schauspieler, der gerade als Antiheld Deadpool im Kino zu sehen ist, wünscht sich mehr weibliche Kolleginnen in Superheldenkostümen auf der Leinwand.

20th Century Fox

Superman, Spiderman, Batman. Comichelden, die den Sprung auf die Kinoleinwand schaffen, weisen oftmals eine Gemeinsamkeit auf: Sie sind männlich. Schauspieler Ryan Reynolds, der als Hauptdarsteller und Produzent gerade Marvels wohl durchgeknalltesten Superhelden Deadpool zum Leben erweckt hat, kann das nicht nachvollziehen. (Lesen Sie hier eine ausführliche Kinokritik zu "Deadpool")

Auf einer Promo-Veranstaltung des US-Portals "BuzzFeed" sagte er: "Es gibt eine Million fantastisch geschriebene, dreidimensionale, weibliche Charaktere in den Comics, die nur darauf warten, herauszukommen."

Die Menschen würde gern Filme sehen, die in einem gewissen Grad das reale Leben widerspiegeln würden. Dass Hollywood es so lange verpennt hat, Superheldenfilme mit einer weiblichen Hauptrolle zu produzieren, sei beides: ein Fehler und eine Möglichkeit für die Filmindustrie zugleich. "Wenn es mehr weibliche Superhelden gibt, dann werden wir das an den Kinokassen merken", sagte Reynolds.

Auch in "Deadpool" ist die Hauptrolle männlich besetzt. Doch es gibt eine ganze Reihe weiblicher Superhelden, die dem Protagonisten zur Seite stehen und das Geschlechtergleichgewicht wieder herstellen sollen. So sind beispielweise Brianna Hildebrand als Negasonic Teenage Warhead und Gina Carano als Angel Dust zu sehen. Beide Figuren sind Fans aus den X-Men-Comics bekannt und könnten in einer möglichen Fortsetzung dem Films mehr in den Fokus rücken, sagte Reynolds.

Seinem Team und ihm sei es nicht darum gegangen, einen Film mit besonders vielen Frauen zu drehen. "Wir sind da auf keinem Kreuzzug. Wir lieben einfach die Figuren. So einfach ist das".

Immer wieder gibt es Berichte, die auf eine generelle Benachteiligung von Frauen in Hollywoods Filmwelt hindeuten. 2014 war Angelina Jolie die einzige Frau unter den 100 besten Regisseuren. Der Anteil von Filmen mit weiblicher Hauptrolle, die nicht alte Geschlechterklischees zementiert, ist verschwindend gering.

Dabei wurde die Annahme der Branche, Streifen mit starken Frauen würden weniger Kasse machen als welche mit männlichen Macho-Helden, durch Untersuchungen und Erfolge wie beispielsweise "Hunger Games" bereits widerlegt.

jal

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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
penie 11.02.2016
1. Weibliche Kolleginnen?
Sollen die besonders weiblich sein oder was ist gemeint? Als Pandant zum männlichen Mann? Ist das nicht sexistisch?
forumgehts? 11.02.2016
2. Der
Mann hat keine Ahnung von Frauen. Es gibt jede Menge von Superheldinnen: Die wickeln jeden Superhelden um den Finger und die Deppen merken es nicht einmal. Dass man dieses Talent bei Kolleginnen nicht an die grosse Glocke hängen will, versteht sich doch von selbst! :-)))
aschu0959 11.02.2016
3. Ein Schauspieler
den keiner kennt (zumindest ich nicht) will also wissen was die Superhelden-Fans im Kino sehen wollen? Wärst´ mal besser Produzent geworden.
Criticz 11.02.2016
4. Sexistisch ist es vor allem deshalb
Zitat von penieSollen die besonders weiblich sein oder was ist gemeint? Als Pandant zum männlichen Mann? Ist das nicht sexistisch?
weil man eben nur mehr HeldInnen will. Wann gibt es endlich mal mehr MörderInnen, TotschlägerInnen usw.? Hier sieht man interessanterweise keinen Aufholbedarf. Aber wir kennen das ja - Frauenquote für Aufsichtsräte gerne, bei der Müllerabfuhr wird dankend abgelehnt. Rosinenpickerei, hier wie dort.
chriswo 11.02.2016
5. No chance
Superheldinnen ziehen nicht an der Kasse und mir fallen auch keine Interessanten ein. Wer will denn bitte einen weiblichen Thor oder Kampfamazonen im Kino sehen? Also ich nicht.
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