"Homeland"-Schauspieler Lewis: Zwischen Witz und Irrwitz

Welche Widmung schreibt man einem US-Präsidenten? Persönlich soll sie sein und witzig. Schauspieler Damian Lewis wollte für Barack Obama allzu persönlich und witzig sein - das Ergebnis war grenzwertig.

Damian Lewis an Obama: Politisch inkorrekte Widmung Fotos
AP

Los Angeles - Man sollte sich gut überlegen, was man einem Präsidenten schreibt - vor allem, wenn sich die Äußerung nicht mehr korrigieren lässt. Diese Erfahrung musste der britische Schauspieler Damian Lewis, bekannt aus der Serie "Homeland", machen.

In "Homeland" spielt Lewis einen US-Soldaten, der nach Jahren der Gefangenschaft aus dem Irak zurück in die USA kommt und zum Islam konvertiert ist. Eine Agentin des Geheimdienstes CIA, gespielt von Claire Danes, vermutet, der Soldat arbeite nun für das Terrornetzwerk al-Qaida. Die Serie wurde vielfach ausgezeichnet - und hat einen prominenten Fan. Barack Obamas Frau Michelle sagte der Zeitschrift "People", "Homeland" sei eine der Lieblingsserien ihres Mannes.

In der Show des britischen Talkmasters Jonathan Ross berichtete Lewis nun, wie er sich eine grenzwertige Widmung für Obama erlaubte. Er sei zum Essen im Weißen Haus eingeladen gewesen. Vor seinem Abschied seien er und seine Kollegin Danes darum gebeten worden, eine DVD-Box der Serie für den Präsidenten zu signieren.

Danes habe etwas Schönes an den Präsidenten geschrieben: "Ich war Ihr Fan, lange bevor Sie unser Fan waren." Danach habe er überlegt, welch großartige, stilvolle Widmung er Obama hinterlassen könne, sagte Lewis. "Und ich schrieb: 'Von einem Muslim für den anderen' - mit nicht löschbarem Filzstift."

Dieser Gag mag britischer Humor sein, ist aber alles andere als harmlos. Manche Gegner Obamas sind hartnäckig davon überzeugt, der Präsident sei kein Christ, sondern Muslim - und benutzen diesen vermeintlichen Umstand für die Agitation gegen Obama. Das ging wohl auch Lewis auf, kaum dass er den Satz geschrieben hatte. "Ich schrieb die ganze Woche E-Mails, ich hoffe, der Präsident verstehe Ironie."

Auch zur Wiederwahl habe er Obama gratuliert, sagte Lewis. Dabei habe er sich zurückgehalten. "Wiederhole niemals einen Witz, besonders, wenn er schon beim ersten Mal nicht lustig war."

ulz

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