Schauspieler Richy Müller: "Ich muss als Mensch glücklich werden"

Das Privatleben kommt vor der Karriere: Schauspieler Richy Müller hat einen Masterplan fürs Glücklichsein. In einem Interview plaudert der "Tatort"-Kommissar offen über den Sinn des Lebens - und die unglückliche Romy Schneider.

Osnabrück - Das Wichtigste zuerst: Schauspieler Richy Müller stellt sein Privatleben über die Karriere. "Wenn ich als Mensch weiterkomme, dann komme ich automatisch auch als Schauspieler weiter", sagte der 52-Jährige der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Richy Müller: "Wenn ich als Mensch weiterkomme, dann komme ich automatisch auch als Schauspieler weiter"
DPA

Richy Müller: "Wenn ich als Mensch weiterkomme, dann komme ich automatisch auch als Schauspieler weiter"

"Was nützt es mir, einen tollen Film gemacht zu haben, wenn ich abends zu Hause sitze und weinen muss, weil ich unglücklich bin? Ich muss als Mensch glücklich werden und im Privaten meine Sachen bereinigen, dann kommt der Rest von allein", sagte Müller, der den Stuttgarter "Tatort"-Kommissar spielt.

Er erklärte: "Was hat es Romy Schneider genützt, tolle und starke Frauen zu spielen? Sie war selbst keine starke Frau, hat unter dem Unglück der Welt gelitten und hat das Unglück letztlich angezogen."

Müller stellte klar, dass er entgegen aller Behauptungen kein Buddhist sei: "Ich habe mich lediglich mit vielen Religionen beschäftigt, um einfach zu wissen, was überhaupt Sache ist." Zwar glaube er an Gott, hänge aber keiner Konfession an, sagte der Schauspieler. "Jede Religion bringt Einschränkungen mit sich, und ich finde, dass man sich seine Einschränkungen selbst geben, aber nicht von außen bekommen sollte."

In den achtziger Jahren lebte Müller zwei Jahre lang mit seinem Kollegen Jürgen Vogel "wie Vater und Sohn" in einer Berliner WG zusammen. "Ich habe ihn aufgenommen. Als wir uns kennenlernten, feierte ich meinen 30. Geburtstag, da war er 17, irrte ein bisschen ziellos in München umher, wohnte bei jemandem, wo er sich nicht wohlfühlte", sagte Müller.

Vogel habe ihm erzählt, "dass er nette Mädels in Wien kennt, daraufhin haben wir erst mal eine Tour nach Wien gemacht". Dabei habe er ihn näher kennengelernt, "wir haben extrem viel zusammen gelacht". Anschließend hätten sie zusammen gewohnt, bis Vogel sich abgenabelt habe: "Ich hatte ihn massiv unter Druck gesetzt, indem ich ihn als Zuhörer okkupierte. Ich war zu der Zeit noch am Theater, und da ist man ja rund um die Uhr Schauspieler. Und ich habe ihn einfach vollgelabert, bis er sagte: Ich kann deinen Scheiß nicht mehr hören".

jjc/AP/ddp

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