Streit um Marienburg Ernst August junior will Schloss vorerst doch nicht verkaufen

Der Verkauf des Welfenschlosses Marienburg ist vorerst gestoppt. Ernst August Prinz von Hannover junior will in dem Familienstreit offenbar zunächst eine Lösung mit seinem Vater finden.

DPA

Im Familienstreit um die Zukunft von Schloss Marienburg gibt es eine neue Wendung. Ernst August Prinz von Hannover junior verzichtet vorerst auf den Verkauf des Schlosses an das Land Niedersachsen.

Er habe sich "nach reiflicher Überlegung dazu entschieden, so lange Eigentümer der Marienburg zu bleiben, bis eine für alle Parteien rechtssichere und gangbare, abschließende Lösung umsetzungsreif ist", teilte der Erbprinz mit. Damit nimmt er vorerst von seinen Plänen Abstand, die Burg für den symbolischen Betrag von einem Euro an das Land Niedersachsen zu verkaufen.

Es bleibe jedoch sein Ziel, das Schloss samt Inventar "so bald wie möglich" in eine gemeinnützige Stiftung zu überführen. Dazu stehe er mit der Landesregierung weiter in "einem engen Austausch", hieß es in der Erklärung des Prinzen.

Innerhalb der berühmten Adelsfamilie gibt es einen Streit über die Zukunftspläne für die renovierungsbedürftige und im Unterhalt teure Marienburg. Während sich Ernst August junior wegen hoher Kosten im Unterhalt und Betrieb des Schlosses von der Immobilie trennen will, lehnt der Vater des Erbprinzen, Ernst August von Hannover, den angestrebten Verkauf für den symbolischen Betrag vehement ab.

Er hatte zudem bezweifelt, dass sein Sohn zu einem Verkauf an das Land berechtigt ist und auf Schenkungs- und Erbverträge verwiesen, die er mit seinem Sohn geschlossen hatte.

Ernst August junior möchte nach eigenen Angaben eine tragfähige Lösung für den teuren Unterhalt des Schlosses finden. Die Einwände seines Vaters gegen seine Pläne wies er zurück. "Sie entbehren aus meiner Sicht jeder Grundlage und dürfen zeitnahen Schritten zum Erhalt der Marienburg und ihrer Arbeitsplätze nicht im Wege stehen", sagte er. Der geplante Betreiberwechsel für den Gastronomie- und Besichtigungsbetrieb werde deshalb auch vollzogen.

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Welfen-Anwesen in Niedersachsen: Streit um die Marienburg

Die Marienburg ist die alte Sommerresidenz des Fürstenhauses der Welfen. Das zwischen 1858 und 1867 im neugotischen Stil errichtete Schloss liegt etwa 20 Kilometer südlich von Hannover und ist samt Einrichtung in nahezu authentischer Form erhalten. Es dient heute als Ausflugsziel.

Die Welfen bezeichnen sich selbst als das älteste Fürstengeschlecht Europas. Zu ihnen gehörte im zwölften Jahrhundert bereits der berühmte Herzog Heinrich der Löwe. Im 18. und 19. Jahrhundert regierten die Welfen in Personalunion zugleich auch das Königreich Großbritannien.

fek/AFP

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