"Schnappi"-Sängerin Kindheit fi-fa-futsch 

Als Neunjährige stand Joy Gruttmann dank "Schnappi" an der Spitze der Charts, es folgten ein Echo, Auftritte im Ausland und in TV-Shows. Doch weitere Lieder floppten. Jetzt trauert Gruttmann ihrer Kindheit hinterher. Natürlich öffentlich.

DPA

Hamburg - 2005 war für Joy Gruttmann ein erfolgreiches Jahr: Ihr Lied "Schnappi, das kleine Krokodil" wurde zum Hit, sie verkaufte rund 1,4 Millionen Platten und gewann sogar einen Echo. Neun Jahre war sie damals alt und tingelte durch TV-Shows wie "Top of the Pops", "Verstehen Sie Spaß?" oder "Die ultimative Chartshow". Doch Gruttmann war ein klassisches One-Hit-Wonder - und so wurde es sehr schnell sehr still um sie.

Doch sie wehrte sich gegen das Vergessen-Werden: Sie nahm Gesangsunterricht und wollte ihre neuen Lieder nicht nur singen, sondern auch an ihnen mitarbeiten. Als 13-Jährige brachte sie "Twelve Little Stories" heraus, seichter, englischer Pop über die zwölf Monate des Jahres. Das neue Lied "passt zu mir, darin drücke ich mich aus - das ist schön", sagt Gruttmann damals. Der Comeback-Versuch scheiterte.

Und so tut Joy Gruttmann heute - mit 15 - das, was ehemalige Kinderstars nun mal tun: Sie bereut, natürlich öffentlich. "Nach all dem, was ich erlebt habe, würde ich das nicht wieder tun", sagte Gruttmann der "Bild"-Zeitung. Die Preise, die Platin-Platten: im Keller versteckt. Das viele Geld: von ihren Eltern gut angelegt. Das Lied: "Ich habe mit Schnappi abgeschlossen."

Heute könne sie es nicht mal mehr singen, zu sehr werde sie an die schwere Zeit damals erinnert. Vor allem in der Schule habe sie Probleme gehabt. "Ich wurde immer gehänselt", sagte sie der Zeitung. Auch im Internet sei sie gemobbt worden. "Falsche Schlange" sei noch das Netteste gewesen.

Unter den Folgen des Ruhms leide sie bis heute: "Wahrscheinlich verarbeite ich das alles unbewusst. Keiner kann nachvollziehen, was ich damals erlebt habe." Immerhin: Nun können es viele Menschen nachlesen.

aar



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