Schönheit mal zwei: Topmodel trifft Talent

Zwischen ihnen liegen 22 Jahre Berufserfahrung und jede Menge Schlagzeilen: Gemeinsam sind Topmodel Naomi Campbell und Casting-Show-Siegerin Barbara Meier in München über den Laufsteg stolziert. Sie präsentierten Bade- und Sommermoden - sehr zur Freude des Publikums.

München - Die eine zählt zu den erfolgreichsten und bestbezahlten Models der Welt, die andere steht ganz am Anfang ihrer Karriere im Modegeschäft. Bis vor kurzem studierte sie noch Mathematik in der Oberpfalz, gerade kommt sie vom ersten großen Fotoshooting für ihre Agentur IMG aus Paris zurück, und am Donnerstag erscheint ihr Debüt-Cover auf der Zeitschrift "Cosmopolitan".

Die 37-jährige Britin und die 17 Jahre jüngere Ambergerin mit den langen roten Haaren, die im Mai zur Siegerin von Heidi Klums Castingshow "Germany's Next Topmodel" gewählt wurde, teilten sich bei der Show einen Catwalk und präsentierten zur Begeisterung der Zuschauer knappe Bade- und Sommermoden. "Es war eine Riesenehre, mit ihr über denselben Laufsteg zu gehen, sie ist ein Weltstar", freute sich Barbara im Anschluss.

Die rund 1000 Zuschauer nahmen einige Härten auf sich, um Naomi einmal leicht bekleidet live zu erleben. Bei zwölf Grad, starkem Wind und Regen setzten sie sich ins Freie und harrten dort über eine Stunde lang geduldig aus, bis um 21.15 Uhr das Supermodel die Bühne betrat. In einem weißen Badeanzug und schwarzen Lack-High-Heels schritt die Britin mit ihrem unverwechselbaren Gang - einer Raubkatze gleich - den Laufsteg entlang. Den Jubel, der ausbrach, genoss die 37-Jährige mit einem zufriedenen Lächeln. "Keine läuft besser als Naomi Campbell", zollte auch Schauspielerin Sonja Kirchberger, die unter den Gästen war, dem Model Respekt.

Nur für ein zweites der insgesamt rund 20 Mannequins gab es an diesem Abend ebenfalls großen Applaus: Barbara meisterte ihren Auftritt trotz Regenpfützen auf dem Laufsteg souverän und zeigte, was sie in Klums Show gelernt hatte. Als der Wind ihr etwa einen Federkranz, den sie um den Hals trug, ins Gesicht wehte, verzog die 20-Jährige keine Miene und lief unbeirrt weiter. Auch die kühlen Temperaturen hätten ihr nicht zu schaffen gemacht, sagte sie: "Bei unserer Generalprobe am Vormittag hat es ja noch richtig geschüttet."

Von Naomi Campbell bekam Barbara zu ihrem Bedauern allerdings nicht besonders viel mit. "Ich hätte sie wahnsinnig gern laufen gesehen, um ein bisschen daraus zu lernen, aber ich musste ja backstage warten, bis ich dran war. Ich sah sie nur an mir vorbeihuschen", erzählte sie. Campbell sei hinter den Kulissen "ein bisschen getrennt" gewesen von den anderen Models.

"Das war eher separat"

"Auch die Maske, das war eher separat", sagte Barbara. Die Möglichkeit zu einem Gespräch ergab sich bei der Show nicht. "Ich weiß auch gar nicht, ob ich gewusst hätte, was ich sie fragen soll", gab sich die Bayerin wie gewohnt zurückhaltend. Campbell selbst hatte bei ihrer Ankunft am roten Teppich zu Protokoll gegeben, dass sie Barbara nicht kenne. Sie "liebe" aber Klums Castingshow "und das, was Heidi da macht".

Selbstbewusst sprach Barbara rund sechs Wochen nach dem Finale nun von ihren Zukunftsplänen. "Natürlich" sei es ihr Wunsch, ähnlich durchzustarten wie Campbell. "Man will ja nicht immer so kleine Jobs machen." Derzeit laufen ihren Worten zufolge die Fotoaufnahmen für ihre Kampagne für die Modekette C & A, Barbara wird bei der Berlin Fashionweek auftreten, und es ist eine Fotostrecke für die "Vogue" Taiwan geplant. Fürs Privatleben bleibe derzeit wenig Zeit. Auch ihr Mathematikstudium will Barbara nun wahrscheinlich zwei und nicht nur ein Semester pausieren lassen.

Für Naomi Campbell war es der zweite Anlauf bei der Sportmesse. Auch im vergangenen Jahr hatte sie ihre Teilnahme zugesagt, dann allerdings kurzfristig keine Lust mehr auf ihren hochbezahlten Auftritt gehabt. In diesem Jahr erfüllte sie alle Wünsche der Veranstalter. Nach drei Läufen auf dem Catwalk erschien Campbell sogar zur After-Show-Party in Begleitung von Modelagent und "Topmodel"-Juror Peyman Amin. Fünf Minuten lang ließ sie sich an seiner Seite in einer abgesperrten Lounge ablichten, rauchte eine Zigarette, trank einen Schluck Cola und verschwand dann auch schon wieder. Barbara gab indes geduldig ein Interview nach dem anderen.

jdl/ddp

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