Katzenjammer Michael Phelps entschuldigt sich für Alkoholfahrt

Flotte 65 Stundenkilometer zu schnell und offensichtlich betrunken wurde US-Schwimmstar Michael Phelps angehalten. Jetzt ist der Katzenjammer groß: US-Schwimmverband und Olympisches Komitee zeigen sich enttäuscht, die Sponsoren halten noch still.

AP/dpa

Baltimore - Michael Phelps zeigt sich reumütig. "Heute Morgen wurde ich festgenommen und wegen Trunkenheit am Steuer, Geschwindigkeitsüberschreitung und Abkommens von der Fahrbahn angezeigt", resümiert der Ausnahme-Athlet die Ereignisse vom Dienstag auf Twitter. In Baltimore war der US-Schwimmer mit 84 Meilen pro Stunde (135 km/h) in einer 45-Meilen-Zone erwischt worden. Nicht nur wahnsinnig schnell, sondern auch alkoholisiert, wie Polizeibeamte nach mehreren Tests feststellten.

Jetzt ist der Jammer groß: "Ich begreife die Schwere meiner Taten und übernehme die volle Verantwortung", schreibt Phelps weiter. "Ich weiß, dass meine Worte im Moment nicht viel bedeuten, aber ich bitte jeden um Verzeihung, den ich enttäuscht habe."

Phelps riskiert eine Gefängnisstrafe von bis zu einem Jahr, den Verlust der Fahrerlaubnis für mindestens sechs Monate sowie ein Bußgeld von bis zu 1000 Dollar.

"Verantwortlich benehmen - im Becken und außerhalb"

Es war das zweite Mal seit etwa zehn Jahren, dass Phelps betrunken Auto fuhr und angehalten wurde. Im Jahr 2009 hatte eine britische Zeitung ein Foto des Sportlers veröffentlicht, auf dem er mit einer Marihuana-Pfeife zu sehen ist. Damals hatte ihn der US-Schwimmverband für drei Monate von Wettkämpfen ausgeschlossen.

Im April hatte Phelps angekündigt, dass er sein Comeback im Schwimmsport plane. Die Festnahme ereignete sich nur einen Monat, nachdem der 29-Jährige drei Gold- und zwei Silbermedaillen bei den Pan Pacific Championships in Australien gewonnen hatte. Ob Phelps bei den Weltmeisterschaften 2015 im russischen Kasan an den Start geht, ist noch unklar.

"Die Nachrichten über Michael Phelps und sein Verhalten sind enttäuschend und ohne Frage ernst", hieß es in einer Stellungnahme des US-Schwimmverbands. "Wir erwarten, dass sich unsere Athleten verantwortlich benehmen - im Becken und außerhalb." Auch das Olympische Komitee der Vereinigten Staaten reagierte "enttäuscht an mehreren Fronten".

Ob sich die Sponsoren von Phelps abwenden, war noch unklar. "Zum größten Teil unterstützen wir ihn. Wir müssen einfach warten und schauen, was passiert", sagte eine Sprecherin des kalifornischen Unternehmens Aqua Sphere. Es handele sich nicht um einen Vertragsbruch, "es sei denn, wir finden heraus, dass noch etwas anderes passiert ist".

ala/AP

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.