"Schwulenpropaganda" Russisches Gericht weist Klage gegen Madonna ab

Madonna entgeht einer Strafe in Millionenhöhe: Ein Gericht in St. Petersburg hat die Sängerin vom Vorwurf der "homosexuellen Propaganda" freigesprochen. Sie hatte auf einem Konzert für mehr Toleranz geworben.

Madonna Anfang November in Detroit: Einsatz für die Rechte von Homosexuellen
AP

Madonna Anfang November in Detroit: Einsatz für die Rechte von Homosexuellen


Moskau - US-Superstar Madonna ist in Russland vom Vorwurf der "homosexuellen Propaganda" freigesprochen worden. Ein Gericht in St. Petersburg habe eine entsprechende Klage zurückgewiesen, berichtete die Agentur Interfax.

Zehn Bürger hatten die Sängerin wegen der Verletzung ethnischer und religiöser Gefühle bei einem Konzert im Sommer auf Schadensersatz von umgerechnet 8,3 Millionen Euro verklagt. Madonna ließ bei dem Konzert rosafarbene Armbänder als Zeichen der Toleranz und Solidarität verteilen und forderte "Respekt, Toleranz und Liebe" für Schwule und Lesben in St. Petersburg.

Die Kläger müssen nun für die Anwaltskosten der mitangeklagten Konzertveranstalter aufkommen. Einer der Antragsteller kündigte Berufung an. Nur einer der Kläger habe das Konzert persönlich besucht, sagte die Sprecherin eines angeklagten Unternehmens. Alle anderen hätten sich lediglich Mitschnitte im Internet angesehen.

St. Petersburg hatte Ende Februar ein umstrittenes Gesetz erlassen, das öffentliche Aufklärung über Homo-, Bi- und Transsexualität verbietet. Initiator des europaweit kritisierten Gesetzes ist der Abgeordnete Witali Milonow von der Putin-Partei "Einiges Russland".

hut/dpa



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