Selena Gomez Visumsgrüße aus Russland

Popstar Selena Gomez muss zwei Konzerte ihrer Welttournee absagen: Russland verweigerte der 21-Jährigen ein Visum. Laut ihrer Konzertagentur befürchten die Behörden, die Sängerin könne sich mit Homosexuellen solidarisieren.

DPA

Moskau/Los Angeles - Zwei Konzerte hatte Selena Gomez in Russland geplant, beide muss sie nun absagen: Die Sängerin bekommt kein russisches Visum.

Ihr Konzertveranstalter machte neue Visabestimmungen für ausländische Künstler verantwortlich. Demnach befürchteten die Behörden, Gomez könne sich bei ihren Auftritten in Moskau und St. Petersburg für Schwule und Lesben stark machen. Aktivisten hatten die 21-Jährige aufgefordert, Homosexuelle zu unterstützen.

Ein umstrittenes Gesetz verbietet, sich in Russland positiv vor Minderjährigen über Homosexualität zu äußern. In der Vergangenheit hatten sich jedoch Madonna und Lady Gaga bei ihren Konzerten darüber hinweg gesetzt und offen Schwule und Lesben unterstützt. Im Fall von Madonna landete die Sache sogar vor Gericht. Der Vorwurf: Während eines Auftritts im März 2012 habe sie "homosexuelle Propaganda" betrieben.

Der Konzertveranstalter Jewgeni Finkelschtejn warnte, die Neuregelung schade dem Land gewaltig. Es bestehe die Gefahr, dass prominente Künstler künftig auf Auftritte in Russland verzichteten, sagte er der staatlichen Agentur Ria Nowosti.

Elton John, offen schwul lebende Pop-Ikone, hatte vor wenigen Tagen ein Solidaritätskonzert in Moskau angekündigt. Ob er ein Visum für den Auftritt hat, wurde nicht bekannt.

gam/dpa



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