Sextape-Klage: Hulk Hogan verlangt 100 Millionen Dollar

Hulk Hogan steigt wieder in den Ring - diesmal gegen einen alten Freund und eine Klatschseite. Gawker.com hatte ein offenbar heimlich gefilmtes Sexvideo des Wrestlingstars veröffentlicht. Nun fordert der "Hulkster" 100 Millionen Dollar Schadensersatz.

Hulk Hogan: Der "Hulkster" in Aktion Fotos
AP

Tampa - Zu seinen besten Zeiten im Ring, in den achtziger und neunziger Jahren, galt der Wrestler Hulk Hogan als nahezu unbesiegbar. Angefeuert vom Publikum putschte er sich in den entscheidenden Situationen hoch, steckte selbst die härtesten Schläge weg und legte seinen Gegner schließlich auf die Matte. So wurde der "Hulkster" zum größten Star in der Welt der Schaukämpfe und eine Berühmtheit über die Grenzen der USA hinaus.

Nun zieht der 59-Jährige, der mit bürgerlichem Namen Terry Bolea heißt, ein weiteres Mal in die Schlacht - allerdings auf weniger gewohntem Terrain. Hogan hat einen alten Freund und die Betreiber der Website "Gawker" verklagt. Von dem Medienunternehmen mit Sitz in New York verlangt er satte 100 Million US-Dollar (etwa 77 Millionen Euro) Schadensersatz.

Hintergrund: Seit Monaten kursierten Gerüchte über heimliche Filmaufnahmen, die den "Hulkster" beim Sex zeigen. Wie so oft berichteten die Schmutzspezialisten von "TMZ" darüber. Doch den Film zu zeigen, das traute sich niemand - auch, weil Hogan von Anfang an seine Anwälte in Stellung brachte.

"Gawker" ließ sich nicht abschrecken. Auf der Website wurde Anfang Oktober ein rund eineinhalbminütiger Ausschnitt des Videos hochgeladen, angereichert mit einer detaillierten Beschreibung des unveröffentlichten Materials. Seitdem kennen viele Amerikaner die Bräunungslinie am Hinterteil des "Hulksters". Gawker.com will das Sextape von einer anonymen Quelle gratis zugespielt bekommen haben.

Ungewöhnliches Dreiecksverhältnis

Besonders pikant wird die Geschichte durch die beteiligten Personen: Bei der Frau in dem Video soll es sich um die damalige Gattin von Hogans Freund Bubba the Love Sponge handeln, einen bekannten Radio-DJ. Hogan war sogar dessen Trauzeuge. Der Sex mit der Frau soll mit Erlaubnis des DJs stattgefunden haben. Angeblich ist der Mann sogar selbst am Anfang des Videos zu hören.

Hogan trat am Montag mit seinen Anwälten in Florida vor die Presse. Er sah grimmig aus mit seiner dunklen Sonnenbrille und einem schwarzen Kopftuch. Das Sprechen überließ er seinem Rechtsbeistand. Das Verhalten der Beklagten sei illegal und abscheulich und überschreite die Grenzen menschlichen Anstands, so der Anwalt. Im Fall von "Gawker" betonte er, dass die Seite auf Kosten Hogans Profit habe machen wollen. Trotz Aufforderung habe sich die Seite geweigert, das Video zu löschen.

In den am Montag eingereichten Klagen erklärt Hogan, er habe vor rund sechs Jahren einvernehmlichen Sex mit der damaligen Frau seines besten Freundes gehabt. Er habe aber nicht gewusst, dass er dabei gefilmt wurde. In der Klageschrift gegen den DJ heißt es, das Video habe schwere und irreparable Schäden angerichtet, die sich durch Geld nicht wiedergutmachen ließen.

Ein Anwalt von Bubba the Love Sponge teilte mit, sein Mandant sei durch die Klage sehr verletzt. Der DJ habe das Sextape weder weitergeben, noch die Freigabe angeordnet. "Er will selbst rausfinden, wer es getan hat."

Als das Video entstand, war Hogan noch mit seiner ersten Frau Linda zusammen. Gemeinsam waren sie in der Doku-Soap "Hogan Knows Best" zu sehen. Die Ehe scheiterte 2007, inzwischen ist er neu verheiratet.

hut/AP

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Leute
RSS
alles zum Thema Hulk Hogan
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback