Facebook-Managerin Sheryl Sandberg Mark Zuckerberg, mein Lebensretter

Wie lebst du weiter, wenn dein geliebter Partner plötzlich stirbt? Facebook-Managerin Sheryl Sandberg muss mit dieser Situation klarkommen. Jetzt spricht sie darüber, wem sie vor allem zu Dank verpflichtet ist.

AP

Nach dem Tod ihres Mannes Dave Goldberg konnte sich Facebook-Managerin Sheryl Sandberg auf zwei Personen hundertprozentig verlassen: Mark Zuckerberg, Chef des sozialen Netzwerks, und seine Frau Priscilla Chan. Das sagte Sandberg in einem Interview mit dem "Guardian". Das Paar sei der Grund, "weshalb ich noch hier bin".

Goldberg war Chef des Online-Umfrageinstituts SurveyMonkey. Er war im Mai 2015 bei einem Sportunfall im Mexiko-Urlaub gestorben. Nach seinem Tod waren Mark Zuckerberg und Priscilla Chan Sandbergs große Stütze. Manchmal habe sie ihren Chef Zuckerberg einfach in einen Konferenzraum gezogen und geweint, sagte Sandberg. Er habe sich neben sie gesetzt und gesagt: "Wir werden das durchstehen und wir werden es mit dir durchstehen."

Ihr Selbstvertrauen sei komplett dahin gewesen. Zuckerberg und andere Kollegen hätten geholfen, es wieder aufzubauen. Einmal habe sie panische Angst gehabt, etwas falsch entschieden zu haben. Zuckerberg habe sie vom Gegenteil überzeugt.

"Das ist offensichtlich superunfair"

Nach dem Tod ihres Mannes schrieb Sandberg mit dem Psychologen Adam Grant das Buch "Option B": Der Titel spielt auf einen vielbeachteten emotionalen Facebook-Eintrag an, den Sandberg einen Monat nach Goldbergs Tod schrieb. Darin beschrieb Sandberg, wie ein Freund für eine Vater-Kind-Veranstaltung habe einspringen müssen. "Aber ich will Dave. Ich will Option A", habe sie gesagt. Der Freund habe geantwortet: "Option A gibt es nicht. Also lass uns das Beste aus Option B herausholen."

Im Buch geht es um die Trauer nach dem Tod Goldbergs und Möglichkeiten, mit dem Verlust Angehöriger umzugehen. Zudem gibt Sandberg Tipps, wie man seine Belastbarkeit stärkt. Beispiel: drei fröhliche Erlebnisse aufschreiben und drei Dinge nennen, die am Tag gut gelungen sind.

Inzwischen ist Sandberg mit Bobby Kotick liiert, einem Tech-Milliardär. Das habe ihr viel Hass eingebracht, sagte sie dem "Guardian". Manche User beschimpften sie als "Hure" und kritisierten sie dafür, zu schnell nach dem Tod ihres Mannes wieder eine Beziehung eingegangen zu sein.

Sie hoffe, ihr Buch helfe dabei, derartige Angriffe zu beenden, sagte Sandberg - besonders, weil Frauen härter angegangen würden. Männer würden nach dem Verlust der Partnerin früher und häufiger ausgehen als Frauen, deren Partner gestorben sei. Dennoch würden die Frauen häufiger dafür kritisiert. "Und das ist offensichtlich superunfair." Rendezvous seien aber nun einmal ein Teil der "Option B" - das Leben weiterzuleben.

ulz



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