Showtime Amy Winehouse gut gelaunt vor Gericht

Sie kam zu spät und warf mit Luftküssen um sich: Amy Winehouse hat vor Gericht den Vorwurf der Körperverletzung abgestritten. Bei Aufnahme ihrer Personalien nannte sie deutlich ihren Namen: Amy Jade Civil. Die Scheidung von ihrem Noch-Ehemann Blake Fielder-Civil scheint obsolet.


London - Bestens gelaunt zeigte sich die fünffache Grammy-Gewinnerin vor dem Gerichtsgebäude in London und warf der zahlreich versammelten Presse Kusshände zu. Auf die Frage, wie sie sich fühle, rief Amy Winehouse: "Es geht mir gut, danke."

Die britische Sängerin, die sich mit ihrer typischen Bienenkorbfrisur, im bunt-geblümten Minikleid und auf hohen Absätzen zeigte, wurde von ihrem Vater Mitch zu dem Gerichtstermin begleitet und wies vor dem Richter den Vorwurf der Körperverletzung nach einer angeblichen Attacke auf einen weiblichen Fan zurück. Sie plädierte auf nicht schuldig, wie die BBC berichtete.

Winehouse war mit deutlicher Verspätung zu der Anhörung erschienen. Ihr Anwalt entschuldigte sich dafür beim Richter. Seine Mandantin sei pünktlich zu hause im Norden Londons gestartet, auf der Anfahrt sei es dann aber zu einer Verzögerung gekommen, sagte er Medienberichten zufolge. Der nächste Gerichtstermin in der Sache wurde für den 23. Juli anberaumt.

Winehouse war Anfang März - unmittelbar nach der Rückkehr aus ihrem Dauerurlaub in der Karibik - wegen Körperverletzung angeklagt worden. Der Vorfall soll sich im vergangenen September auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung in London ereignet haben, auf der Winehouse gesungen hatte. Damals soll eine 30 Jahre alte Tänzerin um ein Foto mit ihr gebeten haben. Die Sängerin habe zunächst zugestimmt, dann aber angeblich nach dem Fan geschlagen, berichtete die Zeitung "Daily Mail".

Ihr Noch-Ehemann Blake Fielder-Civil war erst Ende Februar nach einer Verurteilung wegen Körperverletzung und Behinderung der Justiz aus dem Gefängnis entlassen worden. Hinter Gittern hatte er einen Scheidungsanwalt angeheuert.

Angeblich will Winehouse sich damit aber noch nicht abfinden - zum Unmut ihres Vaters: "Sie ist schuldig, ihn zu lieben, das dumme Mädchen. Ich sage nicht, dass sie zu ihm zurückkehrt, sie will einfach nur reden", soll Mitch Winehouse gerade in einem Interview mit dem Magazin "Closer" gesagt haben. "Ich will, dass sie sich scheiden lässt."

Die Anklage wegen Körperverletzung hat sich bereits auf die Karriere der skandalumwitterten Sängerin ausgewirkt. Ein eigentlich für April geplanter Auftritt auf einem Festival in den USA fällt höchstwahrscheinlich aus, da Winehouse vorerst wohl keine Einreiseerlaubnis erhalten werde, hieß es.

Bereits Anfang 2008 hatte die Sängerin, die mit Drogenproblemen für Aufsehen sorgte, vor der Grammy-Verleihung zunächst kein Visum für die USA erhalten. Nachdem ihr die Einreiseerlaubnis später doch gewährt wurde, lehnte sie die persönliche Teilnahme ab. Winehouse wurde per Satellit zugeschaltet und räumte bei der Verleihung fünf Grammys ab.

jjc/ddp



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