Kontakt zu kriminellem Milieu: Bushido soll Clanchef Generalvollmacht gegeben haben

Bushido: Karriere eines Rappers Fotos
DPA

Bushido soll laut "Stern" enge Verbindungen zur Unterwelt unterhalten und einem Clanmitglied Zugriff auf Geld, Immobilien und Firmen gegeben haben - bis über seinen Tod hinaus. Das Landeskriminalamt zählt den Rapper zu der mafiös organisierten Gruppe, die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Hamburg - Bushido hat laut einem Bericht des "Stern" enge Verbindungen zu einem Berliner Unterwelt-Clan. Der Rapper habe Arafat A., Mitglied der Großfamilie, eine Generalvollmacht erteilt, die A. den Zugriff auf Bushidos Geld, Immobilien und Firmen ermögliche, berichtet die Zeitschrift in ihrer am Donnerstag erscheinenden Ausgabe.

Die notariell beglaubigte und beurkundete Vollmacht soll dem Magazin vorliegen. Sie soll bis über den Tod Bushidos hinaus gültig sein. Der Rapper, mit bürgerlichem Namen Anis Mohamed Ferchichi, unterzeichnete sie dem Bericht zufolge Ende 2010. Er hatte mit seiner Nähe zu der libanesisch-palästinensischen Großfamilie immer wieder kokettiert.

Ermittlungsbehörden warnen vor dem kriminellen Clan. "Die männlichen Mitglieder dieser Großfamilie agieren im Milieu der Organisierten Kriminalität. Mafiöse Strukturen sind hier eindeutig vorhanden und gerichtlich festgestellt worden", sagte der Berliner Oberstaatsanwalt Jörg Raupach. Das Landeskriminalamt Berlin sieht Bushido als Teil dieser Organisation.

Die Berliner Staatsanwaltschaft führt bereits seit dem vergangenen Jahr umfangreiche Ermittlungen gegen Bushido. "Es geht unter anderem um den Verdacht eines Steuerdeliktes", sagt Sprecher Martin Steltner. Welche Vergehen die Behörden Bushido genau vorwerfen, wollte er nicht sagen.

Laut "Stern" haben der Bevollmächtigte und Bushido ein enges und freundschaftliches Verhältnis. Demnach lassen sie zurzeit als Bauherren eine denkmalgeschützte Immobilie in Kleinmachnow bei Berlin umbauen. Zudem sollen sie Millionen in ein Immobilienprojekt im brandenburgischen Rüdersdorf investiert haben.

Bushido selbst ließ eine Anfrage des "Stern" von seiner Anwältin beantworten, es gebe keine Veranlassung, sich zu äußern. Der 34-Jährige gilt als erfolgreichster Gangsta-Rapper Deutschlands. Er hat inzwischen einen festen Platz in der Promi-Welt, bekam einen Integrations-Bambi, absolvierte ein Praktikum im Bundestag und ließ sich mit Innenminister Hans-Peter Friedrich fotografieren.

ulz/jjc

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