SMS-Skandal Sarkozy zieht Klage zurück

Eine Entschuldigung, und alles ist gut: Nicolas Sarkozy sieht von weiteren gerichtlichen Schritten gegen das Magazin "Le Nouvel Observateur" ab. Das Blatt hatte berichtet, der französische Präsident habe seine Ex-Frau noch kurz vor der Hochzeit mit Carla Bruni gebeten, zu ihm zurückzukehren.


Paris - Der Skandal ist vom Tisch - zumindest formell. Wie Carla Bruni der Zeitung "Le Monde" sagte, wird ihr Mann Nicolas Sarkozy seine Klage gegen das Wochenmagazin "Le Nouvel Observateur" zurücknehmen.

Das Blatt hatte Anfang Februar in seiner Online-Ausgabe eine angebliche SMS Sarkozys an seine geschiedene Frau zitiert. "Wenn du zurückkommst, sage ich alles ab", soll der Staatschef demnach vor der Heirat mit Bruni geschrieben haben.

Der für den Bericht verantwortliche "Nouvel Observateur"-Journalist Airy Routier bekräftigte zwar an diesem Mittwoch, die SMS sei echt. Er habe aber vergangene Woche an Bruni geschrieben und sich entschuldigt. "Ich habe ihr mein Bedauern ausgesprochen, dass ich sie durch die Veröffentlichung verletzt habe", sagte er. "Das war ein persönlicher Brief, in dem ich niemals die Echtheit der SMS in Frage gestellt habe. Ich bleibe in der Frage vollkommen bei meiner Position." Der Radiosender France Inter hatte zuvor gemeldet, Routier habe eingestanden, einen Fehler begangen zu haben.

Sarkozy hatte am 7. Februar Klage gegen die Internet-Ausgabe des "Nouvel Observateur" eingereicht. Bei einer Vernehmung hatte Routier gesagt, er habe keine schriftlichen Beweise für die Mitteilung. Er habe sich aber auf "zuverlässige mündliche" Quellen verlassen.

Sarkozys Ex-Frau Cécilia dementierte darauf bei einer polizeilichen Anhörung, jemals eine derartige SMS erhalten zu haben. Sarkozy und seine zweite Frau hatten sich im Oktober scheiden lassen, nachdem sie fast 20 Jahre zusammengelebt hatten.

dek/AFP



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