US-Rapper über Polizistenmorde "Wir müssen Liebe in dieser Stadt verbreiten"

Snoop Dogg hatte in der Vergangenheit oft ein eher angespanntes Verhältnis zum Gesetz. Nach den Polizistenmorden hat der Rapper nun jedoch ein Zeichen gesetzt - mit Unterstützung eines bekannten Kollegen.


US-Rapper Snoop Dogg und sein Kollege The Game haben nach den Polizistenmorden von Dallas für einen Neuanfang in den Beziehungen zwischen Afroamerikanern und Sicherheitskräften geworben. Gemeinsam mit etwa hundert Menschen zogen die beiden Rapper am Freitag vor das Hauptquartier der Polizei von Los Angles.

"Wir sind es leid, was geschieht, und es ist die Kommunikation, die fehlt", sagte Snoop Dogg. "Also wollen wir einfach einen Dialog", fügte der 44-Jährige hinzu. Ihm und seinen Mitstreitern gehe es nicht darum, "die Polizei schlecht zu machen".

Der Polizeichef von Los Angeles, Charlie Beck, und Bürgermeister Eric Garcetti gingen prompt auf das Angebot ein und gewährten den beiden Rappern ein privates Treffen. In einer spontan anberaumten Pressekonferenz sagte The Game, der mit bürgerlichem Namen Jayceon Terrell Taylor heißt: "Ich denke, dass wir Verantwortung übernehmen müssen und die Rolle als Friedensstifter annehmen und als Menschen, die Liebe und Wandel überall in dieser Stadt zu verbreiten."

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Snoop Dogg über Dallas: "Wir wollen einfach einen Dialog"

Die Aktion hat nach dem Massaker in Dallas, bei dem fünf Polizisten offenbar von einem einzelnen Heckenschützen getötet wurden, eine hohe symbolische Kraft: Snoop Dogg, der sich selbst in einem Interview als Zuhälter bezeichnet und Pornos produziert hat, war mehrfach selbst mit der Polizei in Konflikt geraten - unter anderem wegen Schusswaffendelikten und Drogenbesitzes.

Während des jetzigen Marsches in Los Angeles fand eine Abschlussfeier für Polizeischüler statt - für Snoop Dogg ein glücklicher Zufall. "Das ist noch besser, denn jetzt können diese Schüler, die demnächst auf den Straßen sind, erfahren, dass eine Art Dialog im Gange ist und dass sie keine Angst haben müssen", sagte der Rapper. "Und sie können ihren Job machen und wissen, dass wenn sie jemanden anhalten, ein Gespräch der Schlüssel ist."

Polizistenmorde in Dallas

Ein weiterer Rapper hat sich ebenfalls zu den Morden in Dallas geäußert: In sozialen Netzwerken war ein Foto aufgetaucht, das Professor Griff von der Rap-Gruppe Public Enemy mit dem mutmaßlichen Mörder Micah Johnson zeigt - offenbar entstand das Bild bei einer Autogrammstunde im April. Der Musiker hat nun erklärt, er kenne den Schützen nicht und distanziere sich von Morden an Polizisten (lesen Sie hier mehr über den mutmaßlichen Täter von Dallas).

Snoop Dogg im Interview

mxw/AFP

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