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Herausforderungen in Sotschi: Eingesperrter Bobfahrer zertrümmert Badezimmertür

Häme für Sotschi: Herausforderung: Badezimmer Fotos

Die Beschaffenheit russischer Badezimmer stellt die Gäste der Olympischen Winterspiele vor enorme Herausforderungen. So konnte US-Bobfahrer Johnny Quinn nach dem Besuch des stillen Örtchens die Tür nicht mehr öffnen. Was dann geschah, postete er auf Twitter.

Sotschi - Eigentlich sollten Skifahrer, Eisläufer und Bobfahrer bei den Olympischen Winterspielen sportliche Herausforderungen meistern. Doch offenbar stellen die sanitären Anlagen in Sotschi weitaus größere Hürden dar. Nach dem "Toiletten-Gate" folgt nun offenbar das "Zertrümmerte-Türen-Debakel". Hauptdarsteller: US-Bobfahrer Johnny Quinn.

"Ich habe geduscht, und die Tür war verschlossen/ klemmte", twitterte Quinn am Samstagmorgen. "Ohne Telefon konnte ich keine Hilfe rufen." Also nutzte er seine Kräfte, durchs Gewichtheben fürs Bobfahren trainiert, und durchbrach die Tür. Mannsbreit ist das große Loch zum Badezimmer und bietet auch für einen Hünen wieder freien Durchgang.

Den Erfolg der Befreiungsaktion habe Quinn wohl eher seinem Training als Football-Spieler zuzuschreiben, kommentiert Eisschnellläuferin Alyson Dudek den Tweet. Gemessen an den Wellpappe-ähnlichen Türresten auf dem Boden hätte dem 100-Kilo-Mann vermutlich auch Lauftraining gereicht. Einen weiteren Tipp hält eine Twitterin parat: "Wenn du in Russland eine geschlossene Tür siehst, nimm das Fenster", schreibt sie.

Virales "Toiletten-Gate"

Die Beschaffenheit von Badezimmern hatte zuvor bereits für den ersten Mini-Skandal bei den Olympischen Spielen gesorgt. Ein BBC-Reporter lichtete zwei Kloschüsseln ohne Trennwand ab, twitterte das Foto und sorgte damit für viel Häme. Journalist Steve Rosenberg arbeitet seit 1991 als Korrespondent in Russland. Er sehe wohl doppelt, schrieb er, und twitterte die Entdeckung an 8000 Follower. Das Bild wurde in kürzester Zeit 2400-mal von anderen Twitter-Nutzern an ihre Freunde weitergeleitet. Es verbreitete sich viral, weil es wirkte wie ein Symbolbild dieser Spiele: für Fehlplanungen und sinnlos ausgegebenes Geld.

Auch Quinns Tweet wurde innerhalb von einer Stunde 1500-mal geteilt. Von seinem Teamkollegen Steven Langton kann der Tür-Durchbrecher offenbar noch einiges lernen. Der zweimalige Goldmedaillen-Gewinner der Weltmeisterschaft 2012 twittert: "Vielleicht probierst du beim nächsten Mal erstmal, an der Tür zu ziehen, bevor du es auf die Kool-Aid-Man-Art machst."

vek

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insgesamt 60 Beiträge
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1. schrecklich was dieser arme mann im schrecklichen russland
micromiller 08.02.2014
erleben musste. ich hatte ein aehnliches erlebnis im feststeckenden fahrstuhl vom tunnel terminal b nach oben.. es dauerte 15 minuten bis ein netter mensch von oben herunterrief, nicht haben angst.. der hilferuf gelang nicht ueber das telefon im fahrstuhl sondern ueber einen haendy kontakt bei der lufthansareserviertung und das mitten in unserem schoenen deutschland.
2. Kulturelles Missverständnis
funth1992 08.02.2014
In den USA sind Drehgriffe üblich, in Russland Klinken, wie bei uns. Vielleicht wusste der US-Athlet nicht, wie die Tür geöffnet wird und wollte dann mit dem Kopf durch die Wand.
3. Sibirien?
mellingburger 08.02.2014
Man möchte nicht in der Haut der Verantwortlichen für die Baufehler stecken... Es ist zu befürchten, dass die Obrigkeit in solchen Dingen keinen Spaß versteht...
4. Albern
rehabilitant 08.02.2014
Eine verschlossenen Badezimmertür und eine fehlende Trennwand zwischen 2 Toiletten: Die Highlights von Olympia aus Sicht der Netzgemeinde und der Online-Medien. Mücken werden zu Elefanten und Trivialitäten zu Katastrophen. Wie kleinkariert muss man sein, um sich an so etwas abzuarbeiten?
5. .
TS_Alien 08.02.2014
Was soll an einer Tür klemmen? Natürlich ist die Tür abgeschlossen gewesen. Vermutlich ein Scherz eines seiner Kollegen. Dies in Verbindung mit der üblichen Dosis seiner "Medikamente", die leider nur auf die Muskeln wirken, nicht so sehr aufs Hirn, hat zur Zerstörung der Tür geführt.
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Reisetipps für Olympia-Gäste in Sotschi
Tickets für die Wettbewerbe
Über die offizielle Ticketseite können nur in Russland wohnende Olympia-Fans Karten kaufen. In Deutschland bucht man bei dem offiziellen Ticketverkäufer Dertour, der auch eine Übersicht über alle Wettbewerbe und Eintrittspreise anbietet. Zusätzlich zum Ticket braucht jeder Zuschauer einen "Spectator Pass", den er im Vorfeld der Veranstaltung online über die Website pass.sochi2014.com beantragen kann oder in einem der Registrierungszentren, wo man ihn auch abholen und aktivieren lassen muss. Eine Übersicht der Adressen mit Lageplan ist ebenfalls auf pass.sochi2014.com abrufbar.
Anreise mit dem Auto
Fast 3000 Kilometer trennen Berlin und Sotschi. Entsprechend beschwerlich gestaltet sich die Anreise, wenn man nicht das Flugzeug nimmt. Etwa 34 Stunden dauert eine Autofahrt durch Polen und die Ukraine nach Russland. Aber Achtung: Auch der Verkehr in Sotschi selbst war zuletzt wegen der vielen olympiabedingten Baustellen stark beeinträchtigt - das Aufkommen während der Olympischen Spiele wird kaum geringer sein. Um die Lage auf den Straßen zur Zeit des Großereignisses etwas zu entspannen, darf der offizielle Olympia-Verkehr auf gesonderten Spuren fahren - wie in London im Sommer 2012.
Anreise mit der Bahn
Wer mit der Bahn nach Sotschi fahren möchte, muss von Berlin aus etwa 56 Stunden im Zug verbringen - das ist die kürzeste Verbindung, die die Deutsche Bahn und die russische Eisenbahn RZD anbieten. Mit dem Nachtreisezug EuroNight aus Paris (Halt unter anderem auch in Mannheim, Frankfurt am Main, Fulda, Hannover und Frankfurt (Oder)) gelangt man in etwa 24 Stunden nach Moskau. Je nach Verbindung geht es dann mit teils zwei- bis dreimal Umsteigen weiter nach Sotschi. Informieren kann man sich auf der Serviceseite der Deutschen Bahn, buchen nur in den Reisezentren.
Anreise mit dem Flugzeug
Lufthansa bietet vom 24. Januar bis zum 17. März Direktflüge von Frankfurt am Main aus an, die dreieinhalb Stunden dauern. Die russische Airline Orenair fliegt von Ende Januar bis Anfang März von Frankfurt am Main, München und Düsseldorf nach Sotschi. Eine Alternative ist der Umweg über Moskau: Unter anderem Air Berlin, Lufthansa und German Wings fliegen einen der drei internationalen Flughäfen der russischen Hauptstadt von Deutschland aus an, unter anderem von Hamburg, Berlin, München und Frankfurt am Main. Vom Flughafen Sotschi, der im 30 Kilometer entfernten Adler liegt, gelangt man per Zug, Taxi oder Shuttle ins Zentrum, zu den olympischen Stätten und zu den Unterkünften.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verbindung Dresden-Krasnodar, die Hamburg Airways einmal wöchentlich anbietet. Von Krasnodar aus gelangt man per Zug oder mit dem Auto nach Sotschi.
Anreise mit dem Schiff
Auch eine Anreise per Schiff ist möglich, schließlich liegt Sotschi am Schwarzen Meer. Direkte Seeverbindungen gibt es von Noworossijsk etwas weiter nördlich an der Küste (circa dreieinhalb Stunden) sowie vom südlich gelegenen Trabzon in der Türkei (je nach Boot viereinhalb bis zwölf Stunden). Informationen zu möglichen Verbindungen gibt es auf der offiziellen Seite des Hafens von Sotschi.
Unterkünfte
Man sollte sich gut überlegen, wo man unterkommt: In Sotschi herrscht schon ohne Olympia-Gäste großes Verkehrschaos. Die Stadt ist mit 147 Kilometern der längste Kurort der Welt, und die beiden Wettkampf-"Cluster" in den Bergen und an der Küste nahe dem Flughafen liegen 48 Kilometer auseinander.

Sotschi ist ein beliebter Kur- und Badeort mit vielen Hotels, Pensionen und andere Unterkünften, die auch über Plattformen wie Booking , HRS oder Hotels.com im Internet buchbar sind. Die offizielle Website der Olympischen Spiele bietet ebenfalls eine Zimmervermittlung an.

Unterkünfte auf sieben schwimmenden Hotels sind direkt beim Veranstalter reservierbar: Die Kreuzfahrtschiffe der russischen TUI-Travel-Tochteragentur Svoy TT liegen vom 5. bis zum 24. Februar vor Sotschis Schwarzmeerküste. Jeweils bis zu tausend Passagierplätze liefern sie laut der Nachrichtenagentur Ria Novosti. Komplettpakete aus Übernachtungen auf dem Schiff plus Flug bietet Dertour an.
Benötigte Papiere
Wichtig bei Russland-Reisen: Der Reisepass muss noch sechs Monate gültig sein, zudem braucht man ein Visum. Das Russische Visazentrum in Berlin braucht zwischen vier und 20 Kalendertagen für die Bearbeitung. Bei einer erhöhten Gebühr (95 statt 60 Euro) verkürzt sich die Zeit auf ein bis drei Arbeitstage. Auch spezielle Visaagenturen können ein Visum beantragen. Informationen gibt es bei der russischen Botschaft und über das Auswärtige Amt. Vor der Einreise muss man zudem eine "Migration Card" ausfüllen, von der man einen Abschnitt für die Dauer des Aufenthalts zurückerhält und bei der Ausreise wieder abgeben muss.
Kleidung und Wetter
Sotschi wirbt mit einem "milden subtropischen Klima, hohen Bergen mit viel Grün, einem warmen azurblauen Meer, heilenden mineralischen und Matsesta-Quellen". Die Stadt sei "einer der besten Küsten- und balneologischen Erholungsorte weltweit" - und aufgrund der umgebenden Berge zudem ideal für Wintersport. Die Durchschnittstemperatur liegt im Winter bei acht bis zehn Grad Celsius. Besucher der Olympischen Spiele sollten darauf achten, sich richtig anzuziehen, heißt es auf der offiziellen Olympia-Seite. Das Wetter könne schnell umschlagen, und besonders in den Bergen sollte man sichergehen, warme und wasserdichte Kleidung zu tragen, um sich vor großen Mengen Schnee zu schützen.


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