Prozess um Steuerbetrug Spanisches Gericht spricht Infantin Cristina frei

Es ging um Veruntreuung mehrerer Millionen Euro: In Spanien ist der Betrugsprozess um Infantin Cristina zu Ende gegangen: Die Prinzessin muss nicht ins Gefängnis - im Gegensatz zu ihrem Ehemann.

Infantin Cristina vor dem Gericht (im Januar 2016)
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Infantin Cristina vor dem Gericht (im Januar 2016)


Die spanische Infantin Cristina ist vom Vorwurf der Beihilfe zum Steuerbetrug freigesprochen worden. Ihr Ehemann, der ehemalige Handballprofi Iñaki Urdangarin, wurde schuldig gesprochen und zu sechs Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft hatte ihn wegen der Veruntreuung von sechs Millionen Euro Steuergeldern angeklagt. Zudem wurden ihm Betrug, Geldwäsche und Urkundenfälschung vorgeworfen. Das Gericht hatte die Hauptverhandlung nach mehr als fünf Monaten im vergangenen Juni beendet.

Zum ersten Mal musste sich in dem Verfahren ein Mitglied der Königsfamilie vor Gericht verantworten. Der Schwester von König Felipe VI. war zur Last gelegt worden, ihrem Ehemann Iñaki Urdangarin Beihilfe zum Steuerbetrug geleistet zu haben. Urdangarin ist in dem Prozess einer der Hauptangeklagten. Er soll als Präsident einer Stiftung mit einem Geschäftspartner Steuergelder unterschlagen haben.

Die Anklage hatte 20 Jahre Haft gefordert

Cristina war Teilhaberin einer Firma, die ihr Mann laut Anklage dazu benutzt haben soll, Gelder aus der Stiftung abzuziehen. Vor Gericht betonte die Infantin im vergangenen Jahr, sich um die Geschäfte ihres Mannes nie gekümmert zu haben. Sie habe die Beteiligung an der Firma nur akzeptiert, weil ihr Mann sie darum gebeten habe.

Für Urdangarin hatte die Staatsanwaltschaft fast 20 Jahre Haft gefordert. Die Behörde hatte sich dafür ausgesprochen, das Verfahren gegen die Schwester des Königs einzustellen. Cristina wurde jedoch angeklagt, weil die Gewerkschaft Manos Limpias (Saubere Hände) als Nebenkläger darauf bestanden hatte. Cristina drohten bis zu acht Jahre Haft.

Die Affäre hat das Ansehen des spanischen Königshauses schwer erschüttert. Seit der Aufdeckung des Skandals spielen Cristina und ihr Mann keine öffentliche Rolle mehr. Der Krönung Felipes 2014 blieben beide fern.

mxw/dpa/Reuters/AP

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