Christoph Waltz über Facebook "Ein Schritt Richtung Faschismus"

Im neuen James Bond will ein Geheimbund mit Hilfe des Internets die Welt beherrschen. Christoph Waltz spielt den Bösewicht - und hält im wahren Leben Facebook & Co. für gefährlich.

DPA

Christoph Waltz ist einer der wenigen deutschsprachigen Schauspieler, die auch in Hollywood Karriere machten. Zweimal gewann der 59-Jährige einen Oscar, im neuen James-Bond-Film "Spectre" spielt er den Bösewicht Franz Oberhauser. Doch anders als viele Kollegen hält Waltz von privaten Einträgen auf Facebook und Twitter wenig - Prominenz hin oder her.

In einem Gespräch mit einer Reporterin des britischen "Telegraph" warnte Waltz vor den Gefahren des Internets. Facebook & Co. seien nicht soziale, sondern antisoziale Medien. "Die Tatsache, dass Facebook Programme zur Gesichtserkennung als eine wünschenswerte Entwicklung darstellt, ist ein maßgeblicher Schritt Richtung Faschismus."

Die Botschaft von "Spectre"

Er habe neulich einen Satz von Voltaire gelesen, der laute: "Ein Mann, der Unsinn als glaubhaft darstellen kann, der kann auch andere davon überzeugen, Gewalttaten zu begehen." Ein Algorithmus sei heute dazu fähig. Als Beispiel nannte Waltz die Terrororganisation IS. "Ohne das Internet würde sie nicht in dieser Form existieren. Das Internet hat sie nicht erschaffen, aber es fördert sie."

Im neuen Bond will die Organisation "Spectre" die Welt beherrschen, indem sie Daten im Netz sammelt und überwacht. Dieser Plot, sagt Waltz, habe ihn in die Story gezogen. "Der Film spricht relevante soziale Themen in einer Weise an, wie das wenige Bonds zuvor getan haben."

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insgesamt 43 Beiträge
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hanspeda 29.10.2015
1. Facebook...
...ist jetzt nicht geil, aber immerhin ist es kein Staat, der Gesetze erlassen und Leute wegsperren kann. Kritik an der VDS wäre wohl angebrachter als die Angst vor Technologie... Aber was soll man von grauhaarigen Deutschen schon erwarten?
Maximilian Maybach 29.10.2015
2. Spectre == NSA?
(...) Im neuen Bond will die Organisation "Spectre" die Welt beherrschen, indem sie Daten im Netz sammelt und überwacht. (...) Klingt irgendwie vertraut...
Coco Chanel 29.10.2015
3. Besser kann man es nicht sagen!
Facebook gehört zu den antisozialen Medien und manche Programme der sog. "sozialen Medien" sind ein Schritt in die Richtung Faschismus. Besser kann man es nicht sagen. Wenn man in keinem dieser Medien vorhanden ist, wird man inzwischen argwöhnisch betrachtet, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Viele Prominente nehmen ihren Status als Begründung für ihren Auftritt in Facebook, was m. E. eine Alibibehauptung ist. Die Zeiten werden kommen, wo es wieder schick sein wird, in keinem der sog. sozialen Medien je aufgetaucht zu sein.
steve72 29.10.2015
4.
Einer der wenigen Schauspielern mit Intelligenz,Chapeau!
peterregen 29.10.2015
5.
Zitat von hanspeda...ist jetzt nicht geil, aber immerhin ist es kein Staat, der Gesetze erlassen und Leute wegsperren kann. Kritik an der VDS wäre wohl angebrachter als die Angst vor Technologie... Aber was soll man von grauhaarigen Deutschen schon erwarten?
Verstehe ich das richtig? Man darf vor einer gefährlichen Sache nicht warnen, solange es eine noch gefährlichere Sache gibt?
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