Star-Trek-Star: Patrick Stewart bepöbelt Kollegen bei Preisgala

Patrick Stewart, der stets galante Captain Jean-Luc Picard aus "Raumschiff Enterprise", zeigte sich bei der Verleihung der Glamour Awards von einer eher ungalanten Seite: Mehrfach äußerte er sich abfällig über den dicken Bauch des Komikers James Corden - doch der wusste sich zu wehren.

Patrick Stewart: Der pöbelnde "Enterprise"-Kapitän Fotos
DEFD

London - In der Rolle des Captain Jean-Luc Picard in der Fernsehserie "Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert" zeigte sich Patrick Stewart von seiner charmanten Seite, rezitierte Shakespeare und gilt seither unter den Star-Trek-Fans als einer der wichtigsten Charaktere des Science-Fiction-Universums. Bei der Verleihung der Glamour Awards in London machte sich der 69-jährige Schauspieler mit despektierlichen Bemerkungen über das Gewicht eines Kollegen dagegen eher unbeliebt.

Wiederholt äußerte sich der gebürtige Engländer über den dicken Bauch des Gastgebers und Komikers James Corden und hielt diesen dazu an, die Hände aus den Hosentaschen zu nehmen. Corden zahlte es dem Shakespeare-Mimen heim und konterte: "Sie können meinen Bauch sehen und wir können Ihnen gerade beim Sterben zuschauen."

"Avatar"-Schauspielerin Zoe Saldana, der Stewart einen Preis überreichte, schlug sich auf die Seite des Gastgebers. "Ich mag deinen Bauch", sagte sie an Corden gewandt unter dem Jubel der Zuschauer. Saldana fügte hinzu: "Aber ich würde jederzeit Geld bezahlen, um Sir Patrick Stewart auf der Bühne sterben zu sehen."

Zuletzt hatte Stewart, der als einer der erfolgreichsten britischen Schauspieler gilt, in der Öffentlichkeit über sein gewalttätiges Elternhaus gesprochen und, wie hilflos er sich als Kind brutalen Situationen ausgesetzt fühlte: Der britischen Zeitung "Guardian" schilderte er seine Erfahrungen mit seinem aggressiven Vater, einem hoch dekorierten Offizier im Zweiten Weltkrieg.

"Ich hätte meinen Vater fast umgebracht"

"Freitagabend, wenn die Pubs schlossen, erwarteten wir seine Heimkunft voller Furcht. Ich lauschte auf seine Stimme. Soldatenlieder waren kein gutes Zeichen, das Schlimmste war Schweigen. Ich konnte nur schlafen, wenn er schlief; solange er wach war, waren Mutter und ich in Gefahr."

Er habe sich geschämt, weil die Nachbarn mit anhören konnten, wie sein Vater die Mutter verprügelte, so Stewart. "Der Terror und das Leid, das er verursachte, waren so gravierend - wenn ich sicher gewesen wäre, dass es gelingt, hätte ich ihn umgebracht."

Unter den Folgen dieser Erlebnisse leide er bis heute, so Stewart. Seine Tendenz, sich abzuschotten und sich anderen Menschen gegenüber zu verschließen, schreibt er den Kindheitserfahrungen zu.

Der Schauspieler engagiert sich heute bei der Organisation "Refuge", die Opfer häuslicher Gewalt in Großbritannien unterstützt.

jjc/ddp

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Leute
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Zur Startseite