Steuerhinterziehung TV-Star Karsten Speck soll fünf Jahre in Haft

Schauspieler Karsten Speck ist am Montag zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Frankfurt (Oder) befand den Entertainer der Steuerhinterziehung und des Betrugs für schuldig.

dpa

Frankfurt (Oder) - Fünf Jahre Gefängnis - so lautet das Urteil des Frankfurter Landgerichts im Fall Karsten Speck. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 50-Jährige von 2002 bis 2004 Gelder an Gläubigern und dem Fiskus vorbeigeschleust hat.

In die Strafe einbezogen wurde eine frühere Verurteilung des Schauspielers ("Hallo Robbie") aus dem Jahr 2004. Damals bekam er zwei Jahre und zehn Monate wegen schweren Betrugs. Das neue Urteil fiel vergleichsweise milde aus, weil es im Vorfeld zu einer "verfahrensbeendenden Absprache" aller Prozessbeteiligten gekommen war.

Der in Ost-Berlin geborene Speck ("Ein Kessel Buntes") gestand, Gelder unterschlagen zu haben. Im Gegenzug wurden weniger erhebliche Vorwürfe fallen gelassen. Hintergrund der gerichtlichen Auseinandersetzung waren fehlgeschlagene Immobiliengeschäfte, aufgrund derer der Schauspieler und seine Ehefrau bei mehreren Gläubigern Schulden in Millionenhöhe angehäuft hatten.

Im aktuellen Fall (Az.: Wi Kls 7/09) soll Speck einen Großteil seines Gehalts nicht wie vereinbart in einen Fonds für Geschädigte der Immobilienbetrügereien eingezahlt haben. Zudem soll er gegenüber dem Finanzamt falsche Angaben gemacht haben.

Speck konnte nach dem Urteilsspruch zunächst als freier Mann den Gerichtssaal verlassen. Von den 60 Monaten wird er vermutlich nur knapp die Hälfte hinter Gittern verbringen: Neun Monate werden dem Mimen wegen der langen Verfahrensdauer erlassen, 22 Monate hat er bereits in Dortmund abgesessen. Die Strafvollstreckungskammer kann darüber entscheiden, ob ein Teil der Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt wird. Speck muss die Strafe antreten, sobald sie rechtskräftig ist: "Das könnte im Februar oder März kommenden Jahres der Fall sein", sagte der Präsident des Landgerichts Frankfurt (Oder) SPIEGEL ONLINE.

ala/dpa



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