Steven Seagal für russische Rüstung Die neue PR-Waffe

Er wurde mit Ballerfilmen bekannt, jetzt will er für echte Waffen werben: Steven Seagal soll den Absatz einer russischen Rüstungsfirma steigern. Den Gefallen tut er seinen neuen Kumpels um Wladimir Putin offenbar gern.

REUTERS

Moskau - Seine Russland-Affinität hat Steven Seagal schon öfter gezeigt: Mal erschien er mit Wladimir Putin zur Einweihung einer Sporthalle, mal gab er dem Präsidenten Nachhilfe in Kampfsport - so berichtet es die Agentur Ria Nowosti. Nun scheint Seagal sein Engagement auszuweiten. Er soll im Ausland für eine russische Waffenschmiede werben.

Diese Rolle dürfte dem Action-Schauspieler wenig Mühe bereiten: Immerhin kämpfte er sich in diversen Filmen wie "Alarmstufe: Rot" und "Alarmstufe: Rot 2" sowie in "Out For A Kill" (2003) "Kill Switch" (2008) oder "Driven to Kill" (2009) über die Leinwand. Im Oktober 2011 kündigte er PR-trächtig an, Hilfssheriff an der Grenze der USA zu Mexiko werden zu wollen.

Der russische Vizepremier Dimitrij Rogosin will den US-Actionstar nun als Aushängeschild engagieren. Rogosin begleitete Seagal bei einem Besuch in der Waffenfabrik Degtjarew, rund 250 Kilometer östlich von Moskau. Dort werden seit Jahrzehnten Waffen hergestellt, etwa Maschinenpistolen.

"Sie sind bereit, amerikanische Hersteller mit Zähnen und Grips zu bekämpfen", sagte Rogosin zu Seagal. Laut Ria Nowosti will Rogosin über die Möglichkeit gesprochen haben, "Herrn Seagal für die Demonstration der Vorteile der russischen Waffen zu gewinnen".

Die russische Zeitung "Komsomolskaja prawda" zitiert Seagal mit den Worten, auf Wunsch des Milliardärs Igor Kesaev - der die Waffenfabrik kontrolliert - werde er in Anzeigen erscheinen. "Ich vertraue Kesaev. Was auch immer in meine Hände gelegt wird, ich werde dafür werben."

Nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri sind die USA der größte Waffenexporteur der Welt. Auf das Land entfallen 30 Prozent aller weltweiten Ausfuhren konventioneller Waffen. Russland belegt mit 26 Prozent Platz zwei - und möchte die USA gerne hinter sich lassen.

ulz/AP



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