Russisch-amerikanische Beziehungen Filmstar Seagal wird Sonderbotschafter für Putin

Mit Actionfilmen wie "Alarmstufe Rot" erlangte er Ruhm, mit engen Kontakten zum Kreml die russische Staatsbürgerschaft. Nun wird Steven Seagal "Sonderbotschafter" - in heikler Mission.

Staatschef Putin mit Seagal (im November 2016)
ALEXEI DRUZHININ/SPUTNIK/KREMLIN POOL/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Staatschef Putin mit Seagal (im November 2016)


Der frühere Actiondarsteller Steven Seagal hat bei der russischen Regierung angeheuert: Das Außenministerium in Moskau ernannte den Schauspieler zum Sondergesandten für die Beziehungen zu den USA, wie es nun bekannt gab.

Der 66-Jährige solle sich insbesondere um die Beziehungen im "humanitären Bereich" kümmern - dazu zählt das russische Außenamt etwa Kultur, Kunst und Jugendaustausch. Sein Amt werde er ehrenamtlich ausüben, erklärte die Behörde. Die Ministeriumssprecherin Maria Sacharowa postete auf Facebook ein Bild von Seagal mit ihr selbst und schrieb dazu: "Mit einem Arbeitskollegen".

Seagal nannte die Ernennung eine "große Ehre". Er habe sich immer für eine Verbesserung der russisch-amerikanischen Beziehungen eingesetzt, ließ er über einen Sprecher mitteilen.

Seine große Zeit im US-Filmgeschäft hatte Seagal Ende der Achtziger- und zu Beginn der Neunzigerjahre mit Actionfilmen wie "Alarmstufe Rot". In Russland und anderen Ländern Osteuropas genießt er noch immer Kultstatus.

Putin und Seagal 2015 in Wladiwostok
AFP

Putin und Seagal 2015 in Wladiwostok

Russlands Staatspräsident Wladimir Putin, der mit Seagal seit Langem freundschaftlich verbunden sein soll, hatte den Ex-Filmstar persönlich im November 2016 eingebürgert. Seagal war in den vergangenen Jahren regelmäßig zu Besuchen in Russland, dort traf er immer wieder auch Putin persönlich. Seagal verwies in der Vergangenheit regelmäßig auf seine familiären Wurzeln in St. Petersburg und anderen Teilen Russlands. Auch zum weißrussischen Diktator Alexander Lukaschenko pflegt er gute Kontakte.

Der Schauspieler, der auch in dem Blockbuster "Hard to Kill" mitspielte, hatte Putin immer wieder öffentlich verteidigt. Nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland etwa gab er mit seiner Band ein Konzert in Sewastopol und pries den Kremlchef als "einen der größten lebenden Weltstaatsmänner".

Ein Kremlsprecher hatte anlässlich der Einbürgerung gesagt, Seagal habe "seit langer Zeit darauf gedrängt, die russische Staatsbürgerschaft zu erhalten". Der 64-Jährige sei nicht nur bekannt für seine Sympathien für Russland, sondern auch ein großartiger Schauspieler - "was ein guter Grund ist, ihm die russische Staatsbürgerschaft zu verleihen".

Konservativer Buddhist mit Japan-Faible

Dass Seagal nun ausgerechnet im Dienste der amerikanisch-russischen Beziehungen zum Einsatz kommen soll, ist nicht völlig abwegig - schon 2015 hatte er politische Ambitionen, damals noch in seinem Heimatland: Er erwog, bei der Gouverneurswahl im US-Bundesstaat Arizona zu kandidieren. Der praktizierende Buddhist, der fließend Japanisch spricht, steht den Republikanern nahe. Als Gouverneur würde er sich für mehr Sicherheit an der Grenze zu Mexiko einsetzen, sagte Seagal damals.

Für Putin ist es nicht der erste Coup dieser Art: 2013 bürgerte er den französischen Filmstar Gérard Depardieu ein - und übergab ihm den russischen Pass sogar persönlich bei einem Treffen in Sotschi am Schwarzen Meer. Zuvor hatte der Filmstar im Streit mit Frankreichs sozialistischer Regierung über hohe Steuern für Reiche ein Haus in Belgien gekauft, um weniger Abgaben zahlen zu müssen.

mxw/AFP/dpa



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schmidti43 05.08.2018
1. Der nächste Sonderbotschafter
wird wohl Chuck Norris sein, nachdem der Papst bei ihm seine Audienz abhält. Übrigens, die Eingangsszene von "Der Soldat James Ryan"" basiert auf einem Fussballspiel mit Chuck Norris in der 2 .Klasse. Da war er 3 Jahre alt.
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