T-Shirt-Botschaft bei Konzert in Mexiko Sting und die verschwundenen 43

Sting hat sich in Mexiko mit den Familien verschleppter Studenten getroffen. Anschließend trug er bei einem Konzert ein T-Shirt mit den Gesichtern der 43 Verschwundenen.

AP

Mehr als zweieinhalb Jahre nach der Tat sind Einzelheiten und Hintergründe immer noch unklar: In der Nacht vom 26. auf den 27. September 2014 verschwanden in der Stadt Iguala im mexikanischen Bundesstaat Guerrero 43 Studenten.

Der britische Sänger Sting hat sich auf seiner Mexiko-Tour nun mit Angehörigen der verschleppten Studenten von der Landesuniversität Ayotzinapa getroffen. "Familienmitglieder und Aktivisten haben mit dem Musiker ihre Sorge über das Verschwinden der 43 Lehramtsstudenten geteilt und internationale Solidarität gefordert", heißt es in einer Mitteilung der Menschenrechtsorganisation Amnesty International.

Beim anschließenden Konzert trug Sting ein T-Shirt mit den Gesichtern der 43 Studenten, als er seinen Song "Fragile" spielte.

Polizisten hatten die Lehramtsstudenten in jener Septembernacht 2014 verschleppt und dem Verbrechersyndikat Guerreros Unidos übergeben. Den offiziellen Ermittlungen zufolge wurden die jungen Männer getötet und verbrannt.

Unabhängige Untersuchungen zweifeln das allerdings an. So erhob eine internationale Expertenkommission vor gut einem Jahr in einem Bericht schwere Vorwürfe gegen den Staat. Die Ermittler aus Kolumbien, Chile, Guatemala und Spanien schrieben in ihrem 605-Seiten-Report, der Staat habe während ihrer einjährigen Untersuchungen "wenig Interesse" daran gezeigt, neue Ermittlungsansätze zu verfolgen. Mit einer Medienkampagne sei versucht worden, die Arbeit der internationalen Ermittler zu diskreditieren.

Die Kommission legte dar, welche Fehler Polizei und Staatsanwaltschaft bei den Ermittlungen gemacht haben, wie Beweismittel unterdrückt und manipuliert wurden, warum die offizielle Version der Ermordung und Verbrennung der Opfer auf einer nahegelegenen Müllkippe sich nie so ereignet haben kann und wie die von der Staatsanwaltschaft präsentierten Täter vor ihren angeblichen Geständnissen gefoltert wurden.

wit/dpa



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