Stormy Daniels "Ich habe Trump den Hintern versohlt"

Stephanie Clifford alias Stormy Daniels hat im US-Fernsehen ausführlich über ihre Affäre mit Donald Trump berichtet - und erzählt, wie sie deshalb bedroht wurde. Die wichtigsten Aussagen aus dem Interview mit dem Pornostar.

REUTERS

130.000 Dollar soll Pornostar Stormy Daniels von Trumps Anwalt Michael Cohen erhalten haben, damit sie nicht über ihre Affäre mit dem heutigen US-Präsidenten spricht. Nun hat sie es erneut getan - und zwar ausführlich in der CBS-Sendung "60 Minutes".

Dort berichtete sie nun erstmals, wegen der Affäre in Las Vegas 2011 von einem Mann bedroht worden zu sein: "Ich war auf einem Parkplatz, auf dem Weg ins Fitnessstudio mit meiner kleinen Tochter. Ich war dabei, unsere Taschen aus dem Wagen zu hieven, als ein Mann auf mich zukam und sagte: 'Lass Trump in Ruhe. Vergiss die Geschichte.'" Dann habe er ihre Tochter angesehen und gesagt: "So ein hübsches kleines Mädchen. Es wäre doch eine Schande, wenn ihrer Mutter etwas zustoßen würde."

Sie habe das als direkte Drohung empfunden und so sehr gezittert, dass sie Angst hatte, ihre Tochter fallenzulassen. Wenige Wochen zuvor hatte sie die Geschichte ihrer Affäre mit Trump einem Klatschmagazin geschildert. 15.000 Dollar sollte sie dafür erhalten. Doch der Artikel wurde nie gedruckt. Laut CBS, weil die Zeitschrift Trump um eine Stellungnahme gebeten hatte und sein Anwalt mit Klage drohte.

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Nachdem Trump zum Präsidentschaftskandidaten gekürt worden war, seien ihr erneut lukrative Angebote gemacht worden, so die 39-Jährige. "Und dann kriegte ich diesen Anruf: 'Ich denke, ich habe den besten Deal für Sie.'" Es sei Trumps Anwalt Michael Cohen gewesen, der ihr 130.000 Dollar Schweigegeld bot. Aus Angst vor neuen Drohungen habe sie eingewilligt. "Ich habe noch nicht mal verhandelt über diese Summe, die die meisten wohl als extrem niedrig bezeichnen würden."

Und was hat Stormy Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt, in der Sendung nun über ihre Affäre mit Donald Trump erzählt? Hier der Überblick:

Das Kennenlernen

Bei einem Golfturnier für Promis in Lake Tahoe im Januar 2006 lud Trump die damals 27-Jährige zum Abendessen auf sein Hotelzimmer ein. Zunächst habe Trump nur über sich selbst geredet, sagt Clifford. Als er sie dann noch aufforderte, sein Bild auf dem Cover einer Zeitschrift zu bewundern, habe sie zu Trumps großer Verblüffung gesagt, man müsse ihm damit mal den Hintern versohlen.

Ihrer Aufforderung, die Hose runterzulassen, sei er dann direkt nachgekommen. "Er hat sich umgedreht und die Hose etwas heruntergezogen. Also er hatte noch Unterwäsche an. Ich habe ihm dann mehrfach einen Klaps gegeben." Von diesem Moment an hätten sich die beiden gut verstanden, sagt sie. "Er hat gesagt, dass ich ihn an seine Tochter erinnere."

Der Sex

Als sie von der Toilette kam und Trump plötzlich auf der Bettkante saß, sei ihr klar gewesen, was nun komme, sagt Clifford. Sie habe den damals 60-Jährigen keineswegs attraktiv gefunden, aber bewusst in den Geschlechtsverkehr eingewilligt - unter anderem, weil Trump ihr Versprechungen gemacht hatte, sie in seine Show "The Apprentice" einzuladen. Ein Kondom hätten sie nicht benutzt.

Die Ehefrau

Clifford sagt, sie habe Trump explizit nach seiner Ehefrau gefragt - schließlich hatte die gerade den gemeinsamen Sohn zur Welt gebracht. Doch er habe nur abgewiegelt: "Mach dir keine Sorgen, wir haben getrennte Schlafzimmer."

Die Monate danach

Clifford sagt, sie und Trump seien in Kontakt geblieben. Er habe sie nach Kalifornien und New York eingeladen und häufiger angerufen, um ihr neue Hoffnung für ihren "Apprentice"-Auftritt zu machen. Im Juli 2007 habe sie ihn dann in Los Angeles erneut getroffen. Trump habe wieder Sex gewollt, sie aber nicht.

Nach etwa vier Stunden, die sie größtenteils damit verbrachten, eine Dokumentation über Haie zu sehen, habe sie gefragt, wie es denn nun mit dem Showauftritt aussehe. Als er sie dann wieder vertrösten wollte, habe sie ihre Tasche genommen und sei einfach gegangen. Einen Monat später habe Trump sie angerufen und ihr gesagt, dass aus ihrem Auftritt bei "The Apprentice" nichts werde. Daraufhin sei der Kontakt abgebrochen.

Ein Transkript der Sendung auf Englisch finden Sie hier.

vet



insgesamt 92 Beiträge
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g.eliot 26.03.2018
1. The White House Daily Soap: The Umpteenth Episode
Tja, die anhängliche und verliebte Playboy Bunny ging Trump wohl inzwischen etwas auf die Nerven. Womanizer wie Trump lieben den Kick, sie brauchen immer wieder den Reiz des Neuen. Also lernte er Stormy kennen: the Wild One. Komisch, aber mein Gefühl sagt mir, dass die beiden Damen, die ja offenbar parallel zu einander mit Trump ein Verhältnis hatten, mit ihm oder untereinander ein Hühnchen zu rupfen haben... Als ob sie sich abgesprochen hätten. Das Schlimmste für mich bisher: Die Drohung gegenüber Stormy. Ihre Beschreibung glaube ich aufs Wort, passt ins New Yorker Milieu von Trump. Dass Melania sich nichts anmerken lässt, ist das Klügste, was sie tun kann.
t.malinowski 26.03.2018
2. Revenge-Porn von CNN
Wie schön daß Der Spiegel sich nicht zu erhaben ist beim Revenge-Porn von CNN an Trump mit zu arbeiten. Damit ist die politische Glaubwürdigkeit nun da angelangt wo sie sich schon seit einiger Zeit einzupendeln schien. Wenn interessiert diese Sache eigentlich? Was hat dies mit dem heutigen Menschen Trump zu tun? Toll....ein schwerreicher Mann hat sich so ab und zu eine Geliebte geleistet. Und ein Ex-Pornstar will da jetzt noch mal richtig Geld draus machen. Alsa nimmt sie sich einen "vollkommen unpolitischen" Anwalt und versucht ihr Glück. Daß Schweigegeld gezahlt wurde und Verträge das Schweigen sichern sollten ist doch ganz normal in diesen Kreisen. In Washington treibt sich kaum ein Politiker rum der nicht irgendeinen Dreck am Stecken hat und damit auch solche Verträge. Ich erinnere nur an die Politiker der Demokraten die vor kurzem zurückgetreten sind, oder den Skandal mit dem geheimen Fonds im Congress und Senat für genau diese Fälle. Der Unterschied: Trump war damals nicht im Amt, ja noch nicht einmal Politiker. Daß dies aber dem Spiegel mehr als eine Nebenmeldung wert ist zeigt wie voreingenommen ihr seit.
micromiller 26.03.2018
3. Die Dame beweist es mit
Sex ist alles möglich. Es wird hoffentlich auch bald in Deutschland mutige Damen und Gigolos des horizontalen Gewerbes oder dessen Randbereiche geben, die bei Lantz etc ihre Erfahrungen mit unserer Politwelt zum Besten (eine vernünftige Gage löst die Zungen) geben. Wird natürlich richtig interessant, wenn die Nachrichten-Sprecherinnen unserer Anstalten über Direktschaltungen aus der Sphäre berichten.
28zwei27 26.03.2018
4. Wie tief
...kann das Niveau noch sinken? Live-Berichte aus dem Puff? Ernsthaft?
schmuella 26.03.2018
5. Die besten Geschichten schreibt immer noch das Leben ...
Eines muss man neidlos anerkennen: Die Amis verstehen, wie man gute Geschichten macht. Sowas kann sich kein Drehbuchautor ausdenken.
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