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Model Tess Munster: "Das ist, was ich bin"

Model für Übergrößen: Munster-erfolgreich Fotos
MiLK Model Management

Tess Munster ist das dickste Model, das je bei einer großen Agentur unter Vertrag genommen wurde. In einem Interview sprach sie nun über ihre unwahrscheinliche Karriere, über Diäten und das Wort "fett".

Bei ihrem ersten Casting war Tess Munster 15 Jahre alt. Und die Meinung der Verantwortlichen war deutlich: Sie sei zu klein, sie sei zu dick, sie sei nicht geeignet für den Job. Damals trug Munster Kleidergröße 44 und war rund 1,60 Meter groß. "Das war ziemlich entmutigend - und ich habe es aufgegeben, Model werden zu wollen", sagte sie jetzt in einem Interview mit dem britischen "Guardian".

Doch das ist lange her, inzwischen ist Munster 29 Jahre alt - und das kräftigste Plus-Size-Model, das jemals bei einer großen Modelagentur unter Vertrag genommen wurde, wie die Zeitung schreibt. Sie ist tatsächlich selbst für Übergrößenmodels sehr kräftig, sie hat zahlreiche Tattoos, ist gepierct, kurzum: eine Ausnahmeerscheinung in der Modebranche.

Nach ihrem ersten, ernüchternden Casting habe sie erst mal als Make-up-Künstlerin gearbeitet, sagte Munster. Sie war unter anderem bei Modenschauen unterwegs - und ihr Interesse am Modeln wurde wieder geweckt.

Es mache ihr heute nichts aus, über ihre Körperfülle zu sprechen, sagte Munster. Die Bezeichnung Plus-Size-Model verstehe sie auch nicht als Beleidigung. "Das ist, was ich bin." Aber auch sie habe manchmal - wie jeder andere Mensch auch - Probleme mit ihrem Aussehen. "Wenn du ein Teenager bist, ist es schwer, wenn andere Menschen Erfolg haben, die dir gar nicht ähnlich sehen. In den großen Zeitschriften sieht bis heute niemand aus wie ich."

Ihr Vertrag mit der britischen Agentur Milk Model habe für viele positive Reaktionen gesorgt. Sie habe via Twitter und Instagram Nachrichten bekommen und sogar einige Briefe. Es sei überwältigend gewesen. Aber: "Es erscheint mir lächerlich, dass das als Nachricht galt."

Munster war bereits in der italienischen Ausgabe der Modezeitschrift "Vogue" zu sehen, sie posierte außerdem für Starfotograf David LaChapelle. Auf ihrer Internetseite bezeichnet sie sich selbst als "Body Positive Activist", also als Aktivistin für ein positives Körperbild.

Geboren wurde Munster 1985 in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Mississippi. Mit 17 hat sie die Schule verlassen, auch, weil die Hänseleien ihr zugesetzt hatten. 2010 zog sie nach Los Angeles, dort lebt sie bis heute. Sie ist verlobt mit Nick Holliday, dessen Nachnamen sie vor wenigen Wochen annahm. Sie arbeitet jedoch weiter unter ihrem alten Namen.

Trotz der Lästereien, trotz der Zurückweisungen in ihrer Jugend - sie sei nie in Versuchung geraten, eine Diät zu machen, sagte Munster nun dem "Guardian". Auch nicht, als jede Frau in ihrem Umfeld bei Weight Watchers war. "Ich war nie jemand, der das Bedürfnis hatte, sich für andere zu ändern." Das Wort "fett" sei für sie auch nicht negativ behaftet. "Aber ich weiß, dass mir 80 Prozent der Menschen da widersprechen."

aar

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 115 Beiträge
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1. Was für eine attraktive Frau
Khaled 16.04.2015
habe den Hype um diese Magermodels noch nie verstanden. Sie kommt durch und durch weiblich herüber. Im Barock (und noch Jahrhunderte davor & danach) hätte sie absolut dem Schönheitsideal entsprochen.
2.
Hornblower, 16.04.2015
Mit Deinem Gesicht würde ich mir auch keine Sorgen um die Pfunde zuviel machen:)
3. Erschreckend.
pommbaer84 16.04.2015
.. Wenn man sich das letzte Bild in der Bilderserie anschaut muss man leider feststellen, dass das, was man allgemein als NORMAL bezeichnet in der Modelbranche unter Plus-Size abgetan wird.
4. Ganz Ihrer Meinung....
fatherted98 16.04.2015
Zitat von pommbaer84.. Wenn man sich das letzte Bild in der Bilderserie anschaut muss man leider feststellen, dass das, was man allgemein als NORMAL bezeichnet in der Modelbranche unter Plus-Size abgetan wird.
....ich wäre jetzt nicht auf die Idee "Plus Size" gekommen...sondern einfach ganz "normale" hübsche Damen. Was Frau Munster angeht...die Dame ist eben extrem übergewichtig...bei einem sehr hübschen attraktiven Gesicht...das machts aus...ansonsten würde sie sich in die Reihe der unbekannten "Fetten" einreihen. Der Magerwahn unter den Models sollte, wie gerade in Frankreich, gesetztlich gebannt werden. Allerdings sollte Frau Munster auch nicht als Alternative propagiert werden...das gesunde Mittelmaß ist letztlich die attraktivste Alternative...so wie auf Bild 7. Dazu sollte man auch nicht vergessen...die wenigsten Männer stehen auf total dünn....aber eben die meisten Männer in der Mode und Medienbranche.
5. Respekt
TangoGolf 16.04.2015
habe ich durchaus vor der Dame und ihrem Selbstbewusstsein. Und sie ist ja auch in der Tat keineswegs hässlich. Nur fett. Und das ist die Krux: es ist natürlich sehr erfreulich, wenn es ein Gegengewicht zu den unsäglichen Magermodels gibt. Aber das andere Extrem ist auch nicht gut. Im Gegenteil: nie eine Diät zu machen, ist keine Leistung, wie es hier steht und mithin das falsche Vorbild. Denn Fettleibigkeit ist auch ungesund - und ein immer verbreitetes Problem. Von daher finde ich solche kritiklosen Artikel wie diesen hier auch problematisch. Ein super Magermodel würde sicher auch nicht so kritiklos einen solchen Bericht bekommen.
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