Robin Thicke in der Kritik Forever Shitstorm

Mit einer Twitter-Aktion wollte das Management von Robin Thicke das neue Album des US-Musikers bewerben - doch die PR-Maßnahme ging nach hinten los. Unter #AskThicke muss sich der "Blurred Lines"-Sänger vor allem Sexismus-Vorwürfe gefallen lassen.

AFP

Hamburg - Schon das Video zu "Blurred Lines" sorgte für Aufregung: Drei barbusige Frauen tanzen (zumindest in der unzensierten Version) um den US-Sänger Robin Thicke und die Rapper Pharrell Williams und T.I. herum. "Ich weiß, du willst es", wird ihnen zugeraunt, zudem lässt Thicke die anwesenden Damen noch wissen, dass er ziemlich gut bestückt sei. Auch wenn die Frauen das nicht sagten - natürlich wollten sie wilden Sex, ist die simple Aussage des Songs. Thicke musste sich daraufhin vorwerfen lassen, er sei sexistisch und verharmlose Vergewaltigungen. Das war 2013.

Nun, ein Jahr später, hat Thicke mit neuen Image-Problemen zu kämpfen. Im Februar hat ihn seine Frau Paula - eine Schauspielerin, die beiden kennen sich seit Jugendtagen - verlassen. Thicke startete daraufhin eine fast beispiellose Kampagne, um sie zurückzugewinnen. Er vergoss öffentlich Tränen ob der Trennung und ließ ihren Namen bei Auftritten in Leuchtschrift aufscheinen. Sein neues Album heißt dementsprechend auch "Paula", es handle fast nur von ihr, beteuert Thicke. Im Video zu "Get Her Back" zeigt er sich reuig mit Schrammen im Gesicht. Und lässt sich wieder von nackten Frauen umtanzen.

Dass das nicht sein einziger schlechter Einfall war, kann nun jeder bei Twitter nachlesen. Zum Album-Release sollten Thicke-Fans dort unter dem Hashtag #AskThicke dem Star Fragen stellen können, dazu forderte der Musiksender VH1 in einem Tweet auf. Was dann kam, hätte sich Thicke - oder sein Managment, oder VH1 - eigentlich denken können.

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Um es kurz zu fassen: Die meisten Fragen, die seitdem unter dem Hashtag gepostet wurden, sind nicht wirklich ernst gemeint. So fragt @garwboy: "Wusstest du vor diesem Hashtag, dass es Frauen erlaubt ist, ihre eigene Meinung öffentlich zu äußern? Ich denke nicht." @MariaJPrice fragt: "Hast du wirklich eine Vergewaltigungshymne als Liebeslied für deine Frau geschrieben und wunderst dich immer noch, warum sie dich verlassen hat?" "Wenn du nicht gerade damit beschäftigt bist, Frauen zu Objekten zu degradieren, Vergewaltigungen zu verharmlosen oder sexuelle Gewalt zu verteidigen, wie entspannst du dich gerne?", schreibt etwa @JoLiptrott.

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Und Thicke? Der bewirbt auf seiner Twitter-Seite weiter das "Paula"-Album - sein Hashtag dazu: #ForeverLove.

vks



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crazy_swayze 01.07.2014
1. Überzogen
Ich kenne diesen Herren nicht, aber was da vom Stapel gelassen wird, von wegen Vergewaltigungs-Hymne, kann nicht ernst gemeint sein. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
choongaboonga 01.07.2014
2.
Klar kommen bei "Blurred Lines" Frauen, so wie sie einige Emanzen gerne sehen wollen, nicht besonders gut weg. Warum das ein Problem ist und was das mit Vergewaltigung zu tun hat muss ich mir nochmal erklären lassen.
e-hugo 01.07.2014
3. feministischer Sexismus
Zitat von sysopAFPMit einer Twitter-Aktion wollte das Management von Robin Thicke das neue Album des US-Musikers bewerben - doch die PR-Maßnahme ging nach hinten los. Unter #AskThicke muss sich der "Blurred Lines"-Sänger vor allem Sexismus-Vorwürfe gefallen lassen. http://www.spiegel.de/panorama/leute/thicke-askthicke-fuehrt-zu-shitstorm-gegen-blurred-lines-saenger-a-978618.html
lustig, auf T-online war gerade zu lesen, dass gerade ein shitstorm tobt, weil Frauen auf Facebook und anderswo ihre nackten Brüste und die Nippel -nicht- zeigen dürfen. Hier wird ihm Sexismus vorgeworfen, weil er genau das zulässt. Er hat seine Sängerinnen/Tänzerinnen doch nicht gezwungen, oder? Irgendwie sind die Feministinnen bescheuert. Bewundert man ihre Körper ist man ein Sexist und vermutlich auch ein Vergewaltiger, bewundert man sie nicht, auch. tut mit Leid Mädchen*, ich kann Euch nicht mehr ernst nehmen. *Das sag ich ganz bewusst, denn um Frauen zu sein müsstet Ihr erst mal erwachsen werden. -- MGTOW
ekwkm 01.07.2014
4. Wunderlich
Zitat von choongaboongaKlar kommen bei "Blurred Lines" Frauen, so wie sie einige Emanzen gerne sehen wollen, nicht besonders gut weg. Warum das ein Problem ist und was das mit Vergewaltigung zu tun hat muss ich mir nochmal erklären lassen.
Ich würde noch weiter gehen und sagen, dass Robin Thicke damit billigend einen dritten Weltkrieg in Kauf nimmt, ein Heilmittel gegen Aids verhindert und die Klimaerwärmung vorantreibt. Nein im ernst, wie kommt man bitte darauf sein nerviges Lied als Hymne für Vergewaltigungen zu bezeichnen? Bei Lady Gaga tanzen mindestens genauso viele Männer halbnackt im Video und ich fühle mich seit deren Ausstrahlung auch nicht unsicherer auf meinem abendlichen Weg allein nach Hause. Die dringend notwendige Emanzipation wird damit nur lächerlich gemacht.
mangeder 01.07.2014
5.
An die Spießbürger und Biedermännern unter den Kommentarschreibern: Denkt mal für eine Sekunde darüber nach, ob die Antworten in den Tweets nicht ironisch und bewußt überzogen gemeint sein könnten, dann kommt ihr nämlich der Wahrheit näher und könntet euch eure frauenhassenden Proletensprüche und dümmmlichen Vorurteile über angebliche Emanzen sparen! Die einzig richtige Anwort auf die überzogene und dümmliche Macho-Welt des Robin Thicke zu antworten, ist es genauso überzogen zu tun! Oder wieso sollte man eine rein aus kommerziellen Interessen gestartetes Tweet-Aktion auch noch mit bieder-braven Fragen unterstüzten?
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